Die BLS-Spitze - Konzernchef Bernard Guillelmon (links) und Präsident Rudolf Stämpfli (Mitte) - wehrt sich gegen Vorwürfe, sie suche ein "Kräftemessen" mit der SBB.
Die BLS-Spitze - Konzernchef Bernard Guillelmon (links) und Präsident Rudolf Stämpfli (Mitte) - wehrt sich gegen Vorwürfe, sie suche ein "Kräftemessen" mit der SBB.
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BLS interessiert sich für rentable Fernverkehrslinien

Die BLS möchte drei rentable Fernverkehrslinien übernehmen, damit sie sich den Ausbau ihres RegioExpress-Netzes leisten kann. Ihre Bewerbung will die Berner Bahngesellschaft aber nicht als "Kräftemessen" mit der SBB verstanden wissen.

Die Kirche bleibt im Dorf", sagte BLS-Verwaltungsratspräsident Rudolf Stämpfli am Mittwoch an der Jahresmedienkonferenz in Bern. Die SBB behalte die rentabelsten Verbindungen, für die BLS sei sie kein Konkurrent, sondern ein Partner. "Wir leben gut miteinander."

Die BLS erarbeite derzeit ein Konzept zum Ausbau ihres RegioExpress-Netzes in der Hauptstadtregion, sagte Konzernchef Bernard Guillelmon. Gemäss den Vorstellungen des Bundesamts für Verkehr (BAV) fielen mehrere Linien aus diesem Netz ab Ende 2017 ins Fernverkehrs-Basisnetz.

Diese Linien seien allesamt nicht gewinnbringend. Die BLS könne ihr Konzept also nur umsetzen, wenn sie im Gegenzug einzelne rentable Fernverkehrslinien übernehmen könne.

Rollmaterial erst in zwei Jahren

Interessiert ist die BLS an drei Verbindungen, wie sie am Mittwoch bekanntgab. Es handelt sich um die Strecken Brig-Bern-Aarau-Zürich-Zürich Flughafen-Romanshorn, Interlaken-Bern-Aarau-Zürich-Zürich Flughafen-St. Gallen sowie Interlaken-Bern-Olten-Basel.

Nur eine dieser Verbindungen wird in dieser Form schon heute angeboten - jene von Interlaken nach Basel. Diese könnte rasch übernommen werden, sagte Guillelmon. Den genauen "Fahrplan" bei den anderen beiden Linien liess er offen. Bis das benötigte Rollmaterial vorhanden sei, könnte es zwei bis drei Jahre dauern.

Stämpfli und Guillelmon betonten, sie seien nach wie vor an einer "fairen, partnerschaftlichen Lösung" mit den SBB interessiert. Die Gespräche liefen also weiter. Die Konzessionsgesuche müssen beim BAV bis 8. September eingereicht werden.

Derzeit hält die SBB das Monopol auf den Fernverkehrslinien. Dass sich die BLS für einzelne Strecken interessiert, liess die Bahngesellschaft bereits früher durchblicken. Eine Einigung war im Februar nicht zustande gekommen.

Die Bewerbung beim Bundesamt für Verkehr (BAV) will die BLS bis im kommenden September einreichen. Der Grossteil der Konzessionen läuft im Dezember 2017 aus.