Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Start der weltweit ersten Sonde, die durch die Sonnenatmosphäre fliegen soll, verschoben. Grund dafür war eine Unregelmässigkeit, die in den letzten Minuten des Countdowns auftrat.
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Start der weltweit ersten Sonde, die durch die Sonnenatmosphäre fliegen soll, verschoben. Grund dafür war eine Unregelmässigkeit, die in den letzten Minuten des Countdowns auftrat.
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Nasa verschiebt Start der Sonde zur Sonne

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat den Start der weltweit ersten Sonde, die durch die Sonnenatmosphäre fliegen soll, verschoben. Grund dafür war eine Unregelmässigkeit, die in den letzten Minuten des Countdowns auftrat.

   

Die Nasa will in den nächsten 24 Stunden einen neuen Anlauf unternehmen, wie sie am Samstag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mitteilte.

Die unbemannte "Parker Solar Probe" soll sich dabei der Sonnenoberfläche auf nur knapp 6,2 Millionen Kilometer nähern und Temperaturen von rund 1370 Grad Celsius standhalten.

Das Raumfahrzeug von der Grösse eines Autos wird während seiner auf sieben Jahre ausgelegten Sonnenexpedition insgesamt 24 Mal durch die sogenannte Corona fliegen, wie Astronomen die Atmosphäre unseres Zentralgestirns nennen. Dabei soll die Sonde unter anderem die Frage beantworten, warum in der Corona Temperaturen von bis zu 5,6 Millionen Grad Celsius herrschen - während die Sonnenoberfläche "nur" 5500 Grad heiss ist.

Ausserdem könnte die nach dem 91-jährigen Astrophysiker Eugene Parker benannte Raumsonde künftig bei der Vorhersage sogenannter Sonnenstürme helfen. Bei solchen kosmischen Wetterereignissen werden geladene Teilchen von der Sonne ins All geschleudert, die auf der 150 Millionen Kilometer entfernten Erde geomagnetische Stürme auslösen können. Je nach ihrer Stärke verursachen diese Magnetstürme beträchtliche Störungen in der Stromversorgung.

Schützender Hitzeschild

Gegen Hitze und Strahlung in Sonnennähe ist die "Parker Solar Probe" durch einen gut 11,4 Zentimeter dicken Karbonschild geschützt. Eine Reihe von Instrumenten an Bord soll während der Mission magnetische und elektrische Felder, Plasmawellen und hochenergetische Teilchen messen. Dabei wird die Sonde der Sonne so nahe kommen wie keine andere zuvor.

Und noch einen zweiten Rekord soll die "Parker Solar Probe" aufstellen: Bei ihren Vorbeiflügen am riesigen Sonnenball wird die Sonde auf bis zu 692'000 Stundenkilometer beschleunigen. Dies macht sie zum bisher schnellsten von Menschen geschaffenen Objekt.