Der Jet PC-24 der Pilatus Flugzeugwerke bei seinem Erstflug über dem Vierwaldstättersee im Jahr 2015. Nun haben die Luftfahrtbehörden das Flugzeug zertifiziert. (Archiv)
Der Jet PC-24 der Pilatus Flugzeugwerke bei seinem Erstflug über dem Vierwaldstättersee im Jahr 2015. Nun haben die Luftfahrtbehörden das Flugzeug zertifiziert. (Archiv)
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Pilatus-Businessjet PC-24 erhält Zulassung in Europa und USA

Der Weg für die ersten Auslieferungen des ersten Pilatus-Businessjets PC-24 an die Kunden ist frei: Das Flugzeug hat die Zulassung durch die europäischen und amerikanischen Behörden erhalten.

Pilatus habe am Donnerstag das Typenzertifikat der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) und der US-Behörde Federal Aviation Administration (FAA) für den ersten Schweizer Businessjet erhalten, teilte der Nidwaldner Flugzeughersteller am Freitag mit.

Damit kann nun das erste PC-24-Flugzeug noch diesen Monat in Stans vom amerikanischen Flugzeug-Sharing-Unternehmen PlaneSense abgenommen werden. Im Januar soll der Jet dann in die USA überflogen und vor Ort an den Kunden übergeben werden. Im Jahr 2018 sollen insgesamt 23 der 84 bestellten PC-24 an Kunden in der ganzen Welt ausgeliefert werden.

"Wir sind mit dem Projekt ein grosses Risiko eingegangen, haben aber alle kompromisslos stets an den PC-24 geglaubt und bis an die Grenzen des Zumutbaren für den Erfolg gearbeitet", liess sich Pilatus-Verwaltungsratspräsident Oscar Schwenk zitieren. "Der Erhalt der Zertifizierung ist nun die Genugtuung für unsere jahrelangen, unermüdlichen Anstrengungen."

Die Anforderungen, ein solches Flugzeug zu zertifizieren, seien heute extrem hoch und hätten auch Pilatus vor grosse Herausforderungen gestellt, schreibt das Unternehmen. Das Ziel, das Entwicklungsprojekt PC-24 noch 2017 abschliessen zu können, sei nun aber kurz vor Jahresende erreicht worden.

Über ein Jahrzehnt Arbeit

Für das Zertifizierungsprogramm sind die Prototypen weltweit 2205 Stunden geflogen. Dies unter Extrembedingungen wie eisige Kälte, extreme Hitze, in grosser Höhe und am Geschwindigkeitslimit. Dazu kommen Tests wie beispielsweise Vogelschlag.

Pilatus hatte das Projekt vor vier Jahren erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Intern werde am Super Versatile Jet schon seit elfeinhalb Jahren gearbeitet, schreibt der Flugzeugbauer.

In das Programm investierte Pilatus weit über 500 Millionen Franken. Dazu kämen über 150 Millionen Franken, die Pilatus in Gebäude und modernste Maschinen am Werkplatz Stans gesteckt habe. In den USA werde zudem in ein neues Werk für den Endausbau investiert.

Der PC-24 ist das erste Düsenflugzeug, das die Pilatus Flugzeugwerke herstellen. Er bietet je nach Ausbau bis zu zehn Personen Platz und hat eine Reichweite von rund 3600 Kilometern. Das 17 Meter lange Geschäftsflugzeug mit grosser Frachtluke soll auch auf kurzen Sand- und Schotterpisten starten und landen können. Die Maximalgeeschwindigkeit beträgt 815 Stundenkilometer.