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TCS fordert von Autoherstellern besseren Diebstahlschutz

Der Touring-Club der Schweiz (TCS) hat von den Autoherstellern einen verbesserten Diebstahlschutz gefordert. Denn ein neuer Test von 76 Fahrzeugmodellen mit sogenannten "Keyless"-Systemen zeigte, dass sich die Autos mit Leichtigkeit öffnen und wegfahren liessen.

Autohersteller könnten den Diebstahlschutz verbessern, in dem sie zum Beispiel ab Werk einen Chip mit Zeitmessung einbauen, teilte der TCS am Dienstag mit.

Die ETH Zürich habe einen solchen Chip entwickelt. Damit und mit einer intelligenten Programmierung könne das Auto erkennen, wenn das Signal des Schlüssels umgeleitet worden sei. Da der Schlüssel so unmöglich in Türnähe sein könne, bleibe das Auto geschlossen.

Die derzeit herumgebotenen Abhilfe-Empfehlungen wie abschirmende Schlüsseletuis oder den Schlüssel mit Alufolie einzuwickeln, sind aus der Sicht des TCS entweder nicht zuverlässig oder nicht praktikabel.

Solange Autos einem höheren Diebstahlrisiko ausgesetzt sind, empfiehlt der TCS, keine Fahrzeuge mit Keyless-Systemen zu kaufen. Die Systeme seien aber heute weit verbreitet. Selbst bei Kleinwagen seien sie gegen ein paar hundert Franken Aufpreis zu haben.

Bis auf über 100 Meter Distanz möglich

Bei dem Diebstahl-Test, den der TCS zusammen mit dem deutschen ADAC durchgeführt hat, konnten alle mit Keyless ausgestatteten Fahrzeuge mit einer selbst gebauten Funk-Verlängerung sekundenschnell geöffnet und weggefahren werden.

Notwendig dafür seien zwei Personen gewesen. Eine Person begebe sich mit einem kleinen Empfänger in die Nähe des Autoschlüssels, die andere müsse sich mit einem kleinen Sender in der Nähe der Autotür stellen. So könnten die Signale zum Türöffnen mehr als hundert Meter "verlängert" werden und das Auto lasse sich öffnen und starten.

Der TCS weist noch auf ein weiteres Problem hin: Finde die Polizei das gestohlene Auto und untersuche es, gebe es weder Einbruch- noch Diebstahlspuren. Diese unklare Situation könne zum Verdacht führen, dass der Diebstahl möglicherweise nur vorgetäuscht worden sei. Für den Besitzer und die Versicherung sei dies eine heikle Situation.