Umleitungen statt Trams: Schon am Samstag gehts am Steinenberg los. ©barfi
Umleitungen statt Trams: Schon am Samstag gehts am Steinenberg los. ©barfi
  • barfi / ans
  • Aktualisiert am

Achtung: Der Steinenberg ist zu – so überleben wir Basler diese massive Sperrung

Schon am Samstag fährt kein einziges Tram mehr durch die Innenstadt. Die Basler Verkehrsbetriebe beginnen dann mit der Erneuerung der Gleise am Steinenberg. Der barfi.ch-Guide zeigt: So kommen Sie bis zum 30. September am besten zum Barfi und darüber hinaus.

Die Geisterstadt am Barfi ist ab diesem Samstag Realität. Von Betriebsbeginn der Basler Verkehrsbetriebe am 9. September bis zum 30. September ist der Steinenberg zu. Die Gleise müssen aufwändig ausgewechselt werden, sie sind marode und kurz vor ihrem Ende. Die Baustelle hat grosse Auswirkungen: Kein Tram fährt in die Innenstadt, der Barfüsserplatz wird nur durch einen Bus bedient, der lediglich zur Schifflände pendelt und wieder zurück. Barfi.ch will genau so wie alle Baslerinnen und Basler diese Sperrung überleben – und bietet den Survival-Guide für den Steinenberg.

Unter anderem soll genau das behoben werden: Ruiniertes Gleismaterial am Steinenberg. ©barfi

Erstens: Lass den Rollator zu Hause. Im Ernst.

Gehbehinderte Menschen werden leiden, wenn sie an den Barfi wollen. Kein Tram und nur der «Barfi-Bus» ab Schifflände: Es wird hart. Denn wer etwa vom Gundeli oder vom Bruderholz her kommt, muss einen massiven Umweg in Kauf nehmen. Zum Beispiel mit dem 36er-Bus einmal rund um den Cityring. Also, liebes Rollator-Röösli: Mach eine Pause von der Innenstadt. Geh in deinen Quartiercoop statt schon um 8 Uhr morgens in den Pfauen. Du tust dir selber einen Gefallen. Ausser du schiebst gern: Denn die abschüssigen Hänge, die in die Innenstadt führen, sind mit einer Gehbehinderung sehr lang und sehr steil.

Zweitens: Egal, wie sehr du gegen Velofahrer bist – nimm das Velo.

Nicht nur Drämmli schaffen es nicht in die Innenstadt, auch Autos werden kaum über die Baustelle kommen. Das hat nicht nur für Lieferanten Auswirkungen, auch für die Taxis wird es ein heiteres Zirkeln. Und fürs private Auto sowieso, wobei da wegen der ohnehin autofreien Innenstadt das Gewerbe bereits ausreichend ausruft. Das beste Verkehrsmittel ist das Zweirad und darunter das klassische Velo. Roller geht auch noch, wenn man sich mit den Parkplätzen herumschlagen will, oder dann halt eines dieser unsäglichen E-Bikes. Grundsätzlich gilt also: Aufs U-Abo verzichten, in die Pedale trampen – und Geld und Nerven sparen.

Drittens: Geh im Quartier in den Ausgang.

Richtig fest angeheitert mit dem Tram vom Barfi nach Hause? Fehlanzeige. Da fährt keins. Und auch die Heuwaage, Eingangstor zur Ausgangsmeile Steinenvorstadt, wird kaum bedient. Also entweder zu Fuss in die Innenstadt schlendern und wieder hinaus – das nüchtert sowieso aus. Oder den Ausgang in die Quartiere verlegen. Das Gundeli hat beim Dreispitz zum Beispiel den Viertelklub, im Klybeck hat der Nordstern sein Schiff, bei der Kaserne fährt ein Bus, auch der Riehenring bleibt verschont. Also gib deinem Quartier eine Chance, dort kann man super feiern, das «Sehen und gesehen Werden ims Steine» ist an trüben Septembertagen sowieso nur halb so lustig.

Viertens: Shopping ist für harte Kerle und taffe Mädels.

Gutes Schuhwerk gibt es in der Innenstadt immer zu kaufen. Zum Glück: Man braucht es im September auch. Zum Glück ist die Freie Strasse über den Bankverein noch mit dem Tram erreichbar und den Spalenberg erreicht man mit einem Bus via Universität. Ansonsten wird brav geschlendert. Zeit, das Lädele also achtsamer zu absolvieren. Oder halt von zu Hause zum Internetshopping zu greifen, was wir als Unternehmen der Innenstadt aber nicht befürworten können, schliesslich sind die Läden der Innenstadt auf ihre Kunden angewiesen – und mit dieser Baustelle umso mehr.

Fünftens: Geniess die Ruhe und behalt die Nerven.

Herrlich, in diese ruhige Innenstadt zu kommen – wäre der Baustellenlärm nicht, der auch an den Wochenenden noch toben wird. Denn die BVB wollen die Gleiserneuerung so schnell wie möglich abgeschlossen haben. Das ist gut, das ist richtig und bringt auch dieses Jahr Stille in den Rest der Innenstadt. Bereits im Sommer 2016 verkehrte kein Tram durch die Falknerstrasse und wäre der Baulärm nicht gewesen, man hätte noch besser vor den Beizen speisen und geniessen können. Um die Nerven zu behalten, sollte man die Einschränkungen zu schätzen wissen: Mit dem Velo aus sportlicher Sicht, beim bewussten Einkaufen und bei der Ruhe während des Essens. Das hilft nicht nur, die Nerven zu behalten, sondern auch, unsere prächtige Basler Innenstadt wieder einmal mit anderen Augen zu sehen.

Und das ist die Übersicht zu den Einschränkungen:

Die Baustellensituation im Bereich Innenstadt vom 9. bis 30. September. ©Basler Verkehrsbetriebe

  • Basler Verkehrsbetriebe: Sperrung der Innenstadt mit dringend nötiger Charme-Offensive (30.8.17). Zum Artikel
  • Exklusiv: Ein Barfi-Bus und ein 9er – so fahren die Trams bei der Innenstadt-Sperrung im September (22.8.17). Zum Artikel
  • Geheimakte Steinenberg: Warum die Drämmler nichts über das wahre Ausmass der Innenstadt-Sperrung sagen wollen (10.8.17). Zum Artikel

Hier geht es zur Facebook-Diskussion!

Weitere Titelgeschichten unter News Basel.