Tanja Wegmann ©Ben Koechlin
Tanja Wegmann ©Ben Koechlin
  • Binci Heeb
  • Aktualisiert am

Die neue Direktorin des Grand Hotel Les Trois Rois ist die alte: Interview mit Tanja Wegmann

Nach neun Jahren Baselabstinenz ist die frühere Direktorin des Grand Hotel Les Trois Rois seit Anfang März wieder zurück an ihrer alten Wirkungsstätte. 

barfi.ch: Herzliche Gratulation Frau Wegmann, seit dem 1. März sind Sie erneut Direktorin, oder wie es bei Ihnen so schön heisst General Manager des Grand Hotel Les Trois Rois. Wie fühlt es sich an ins Trois Rois zurückzukehren?

Tanja Wegmann: Wunderschön! Es ist eine Rückkehr – nicht nur in meine Heimat sondern auch in ein traumhaftes Haus, das mir sehr viel bedeutet.  

Von 2005 bis 2009 waren Sie zunächst als Resident Manager und danach als General Manager im Trois Rois tätig. Weshalb verliessen Sie das Haus?

Der Liebe wegen, ich habe 2009 «einen Zürcher» geheiratet. 

Die nächsten sechs Jahre arbeiteten Sie bei Juwelier Bucherer als Managing Director ebenfalls in einer leitenden Stellung. Danach bei Hublot. Wie war der Wechsel von der Hotellerie in die Uhren- und Schmuckbranche?

Auf der einen Seite ist «Quereinsteigen» immer eine persönlich Herausforderung. Andererseits hat die funkelnde Welt der Juwelen und Zeitmessern eine Faszination für sich, die mich in den letzten Jahren bereichert hat.

Fast zehn Jahre später kehren Sie erneut ins Trois Rois zurück. War es die Familie Straumann, die sich wieder bei Ihnen meldete? 

Die Besitzer Familie Straumann hat mich Ende 2017 angefragt, ob ich die Führung des Grand Hotel Les Trois Rois wieder übernehmen möchte. Ich habe nicht lange gezögert – es ist eine Herzensangelegenheit. Ich bin dem Haus immer verbunden geblieben.

Was hat sich seit Ihrem Weggang im Hotel verändert? 

Das Hotel hat sich national und international sehr gut etabliert und viele Auszeichnungen gewonnen. Serviceabläufe wurden optimiert und die Wochenendauslastung massiv gesteigert. Der 3. Michelin Stern von Peter Knogl ist sowohl für das Hotel wie auch für die Stadt Basel sehr wichtig geworden. Und im letzten Jahr ist das Hotel mit der Blumenboutique Fleurs des Rois um ein kleines Juwel reicher geworden.

Neben dem Hotel leiten Sie auch das 3-Sterne-Restaurant «Cheval Blanc by Peter Knogl», die Brasserie, das «chez Donati» und das «Fleurs des Rois». Wie bringen Sie all das unter einen Hut?

Gute Abteilungsleiter, eine transparente Kommunikation und eine gute Organisation sind dafür notwendig.

Ihr Job erfordert überdurchschnittlich lange Arbeitszeiten. Was fasziniert Sie an Ihrer Arbeit?

Ich liebe es Gastgeber zu sein! Unser Business läuft 24 Stunden / 7 Tage die Woche – auch da ist das Team das Wichtigste – wir sind alle Gastgeber und machen Menschen glücklich.

Das Basler Kultrestaurant «Chez Donati» geht ab Anfang 2020 an die Zürcher Bindella-Gruppe. Stimmt Sie das traurig?

Sicherlich, wir bedauern diesen Wechsel.

Wie war die Rückkehr in die Rheinstadt? Vermissten Sie Basel während Ihrer Zeit bei Bucherer in Zürich?

Basel ist meine Heimat – ich bin hier aufgewachsen und bin stolz als Baslerin wieder zurück zu sein.

Die Uhren- und Schmuckmesse Baselworld verliert an Grösse und Ausstrahlung. Bekam das auch das Trois Rois zu spüren?

Es wurde viel darüber gesprochen, wir verspürten jedoch keine negative Auswirkung.

Nachdem Sie einige Jahre in dieser Branche tätig waren, wie sehen Sie die Zukunft der Baselworld?

Diese internationale Weltmesse ist wichtig, nicht nur für die Stadt Basel, sondern auch für die Schweizer Wirtschaft. Wir wünschen uns, dass die Baselworld noch lange bestehen bleibt.

Sind in nächster Zeit Veränderungen geplant? 

Ideen, Projekte und Ziele gibt es viele. Aber in den ersten «100 Tagen» nehme ich mir die Freiheit zu hinterfragen sowie zu spüren und dann Veränderungen einzuleiten.

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