• Christian Platz
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Patrick Stalder, der Mann vom Fasnachtshuus: «Es ist die Mischung vieler Einflüsse, die unser Programm sexy macht»

Patrick Stalder ist der Ideengenerator und Drahtzieher hinter dem Fasnachtshuus, in das sich die Rock'n'Roll-Beiz L'Unique am Gerbergässlein 20 alsbald zum zweiten Mal verwandeln wird. Letztes Jahr waren alle Vorstellungen bis auf den letzten Platz ausverkauft, deshalb wird das Programm 2018 fünf Mal aufgeführt. Bald geht es los, es ist also an der Zeit, den Macher zur zweiten Ausgabe zu befragen. 

Bietet das Konzept Fasnachtshuus im Rock’n’Roll-Restaurant genug Potenzial, um den Anlass ein zweites Mal durchzuführen?

Patrick Stalder: In der Tat haben wir uns das lange überlegt. Nach der erfolgreichen ersten Auflage wurden wir mit Anfragen nach einer zweiten Durchführung bombardiert. Da haben wir jeweils gesagt: Keine Ahnung, wir müssen das alles zunächst ein bisschen auf uns wirken lassen – und jetzt machen wir zuerst mal sowieso so richtig Fasnacht. Den Mitwirkenden habe ich folgendes mit auf den Weg gegeben: Wenn ihr an der Fasnacht etwas Lustiges hört oder seht, etwas, das euch wirklich zum Lachen bringt, dann merkt es euch – gut möglich, dass wir es brauchen können. Denn genau das ist ja der Charakter des Fasnachtshuus, es soll die reale Fasnacht aufgreifen. Nach den drey scheenschte Dääg 2017 war es dann schnell klar, dass es ein zweites Mal geben würde, weil die Ideen in Strömen geflossen sind.

Wer etwas zum zweiten Mal bringt, muss ja bekanntlich immer einen drauf setzen, muss also quasi in den nächsten Gang schalten. Zieht das Publikum 2018 in ein ganz anderes Fasnachtshuus ein?

Patrick Stalder: Ja – und nein. Es gibt gewisse Rahmenbedingungen, die gleich bleiben. Es war sofort klar, dass die Rock-Beiz L’Unique am Gerbergässlein 20 Schauplatz bleiben würde. Auch der grundsätzliche Ablauf bleibt gleich, man bekommt ein Menü – vom Apéro bis zum Absaggerli – und dazu gibt’s laufend Programm. Das Programm an sich wird jedoch total anders. Wer zum zweiten Mal kommt, wird staunen, wie unterschiedlich sich die Sache gestaltet. Und für jene, die zum ersten Mal dabei sind, wird es sowieso total überraschend.

Was charakterisiert das Fasnachtshuus eigentlich in erster Linie?

Patrick Stalder: Es ist ein Gemeinschaftserlebnis. Publikum und Akteure sind so eng zusammen wie in keiner Beiz während der Fasnacht. Man isst, trinkt, schwatzt, weilt zudem mit Freundinnen und Freunden dort. Die Leute haben auch Zeit dafür, sich gegenseitig zu geniessen, sie erleben nicht einfach passiv ein Programm. Ich denke, dass dies unser Erfolgsgeheimnis ist. Ich habe – ehrlich gesagt – derart viele Ideen, dass ich gleich mehrere Jahrgänge damit füllen könnte.

Bei der ersten Ausgabe habt ihr praktisch zu hundert Prozent auf Fasnachtsmusik gesetzt, also auf das Pfeifen und Trommeln, teilweise allerdings in sehr überraschender Art und Weise. Bleibt das so?

Patrick Stalder: Fasnachtsmusik wird wieder die Hauptrolle spielen. Aber in noch viel mehr Schattierungen und Varianten. Im Fasnachtshuus kann man getrost die alten Märsche bringen, nicht nur diese Neukompositionen, die sonst im Rahmen der Vorfasnacht überall geboten werden. Doch die alten Märsche können eben auch auf überraschende Art präsentiert werden – zudem mit viel Humor...

Das klingt nun nicht wirklich neu...

Patrick Stalder: Sagen wir es so – alles andere, nebst der Fasnachtsmusik, wird eben auch tüchtig ausgebaut. Wir haben ja letztes Mal vor allem nonverbal mit dem Publikum kommuniziert, haben die Musik sprechen lassen, haben beispielsweise Guggemuusig und Schnitzelbängg mit Trommeln und Piccolos angedeutet. Das alles wird nun auf eine neue Ebene gehoben, die Leute werden staunen.

Eigentlich ist das Fasnachtshuus ja eine schräge Angelegenheit, laut Presseunterlagen ist es sogar «sexy». Wird es nun zu einem neuen Fixstern am Basler Vorfasnachtshimmel?

Patrick Stalder: Es ist die Mischung vieler Einflüsse, die unser Programm sexy macht. Auch Leute, die mit der Vorfasnacht nicht viel anfangen können, kommen bei uns auf ihre Kosten. Essen, Trinken und Fasnacht, in einer Rock’n’Roll-Beiz, das ist der Mix, der eben auch ein heimeliges, intimes Gefühl vermittelt.

Aber jetzt mal im Ernst: Fasnacht und Rock’n’Roll, passt das zusammen?

Patrick Stalder: Aber ganz sicher, wenn ich – als passionierter Trommler – mit Gleichgesinnten auf einer Bühne auftrete, dann sagen wir vorher: Jetzt rocken wir diese Halle, jetzt drücken wir ab. Rock’n’Roll, zum Beispiel AC/DC, ist ja auch stark, laut, mächtig, da sehe ich durchaus Verwandtschaft zum Ruesse. Das L’Unique ist ja auch eine beliebte Fasnachtsbeiz. Gleichzeitig finde ich es aber toll, wenn Gegensätze aufeinanderprallen.  

«E Bsuech im Fasnachtshuus» wird dieses Jahr fünf Mal durchgeführt, die Vorstellungen finden alle zwischen dem 8. und dem 13. Februar statt. Wie komme ich zu Tickets – und was kosten die?

Patrick Stalder: Tickets werden ausschliesslich im L’Unique am Gerbergässlein 20 verkauft. Sie kosten 95 Franken, dafür gibt es einen Dreigänger, einen Welcome Drink und das Programm. Man muss sich allerdings beeilen, der Vorverkauf läuft gut. Letztes Jahr waren wir ja total ausverkauft.

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