• Julia Gross

Geburtstagskerzli: Freies WLAN unterwegs ausser bei der BLT: Fehlanzeige

Freies WLAN für alle? Unterwegs bequem im Internet surfen? Von wegen. Auch im Jahr 2015 ist WLAN in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Plätzen keine Selbstverständlichkeit. Vor allem nicht in Basel, schweizweit sieht es nicht viel besser aus.

Ist das überhaupt notwendig? Als Pendlerin, die aktuell noch täglich einen Teil ihres Arbeitsweges im Zug verbringt, sage ich: ja. Ja, freies WLAN, das tatsächlich funktioniert, würde mir wirklich helfen und das Arbeiten am Laptop unterwegs einfacher machen.

Aber wo gibt es eigentlich überall für alle zugängliches WLAN? Als ich mich bei meinen Schweizer Kollegen umhöre, ihnen von diesem Beitrag erzähle, spotten sie: "Das wird aber wirklich eine winzig kleine Geschichte. Denn das gibt es einfach fast nirgendwo", sagt der Eine lachend.

Und ja, er hat Recht. Also mit Letzterem. Der Verein "Freifunk 3Ländereck" will bis Ende 2015 zumindest die Basler Innenstadt mit kostenlosem WLAN-Internet versorgen. Mit Freiwilligen aus der Stadt, die ihre Internetverbindung zur Verfügung stellen wollen, soll das realisiert werden – mit einer speziellen Programmierung des WLAN-Modems. Das ist schön, aber eine Initiative von verzweifelten Betroffenen an einer Stelle, wo der Staat handeln müsste. Wenn ich unterwegs in die Stadt bin, bringt mir das aber nichts. Dazu bräuchte ich zuerst ein Angebot im Zug. Noch reise ich ein Stück aus Deutschland an.

Kein freies WLAN

Anschliessend bräuchte ich eine WLAN-Verbindung im Tram. Hier kommt es ganz darauf an, in welches ich mich setze. Die vorbildliche BLT stellt einen Hotspot zur Verfügung: "Es ist standardmässig in allen Tango-Trams sowie in den Schindler Doppeltraktionen (Doppeltraktionswagen) im vorderen Wagen kostenlos verfügbar", sagt Direktor Andreas Büttiker auf barfi-Anfrage. Der Service ist kostenlos. Allein einloggen muss sich der Nutzer, im Tram "BLT Freenet" als WLAN-Netzwerk wählen, Browser öffnen, Mobilnummer eingeben, das via SMS zugesandte Passwort eingeben und lossurfen.

Zugegeben: Einfach ist das Einloggen beim ersten Mal nicht unbedingt. In grosser Verzweiflung würde ich für einen guten Empfang aber beinahe alles tun. Also ist das besser als überhaupt kein Hotspot. Wie in Trams der BVB. Denn: "Nach einem umfangreichen Pilotbetrieb und intensiven Marktabklärungen haben sich die Basler Verkehrs-Betriebe entschlossen, ihre Fahrzeugflotte nicht mit einem öffentlichen WLAN-System auszurüsten." So drückte sich die Medienstelle der BVB noch im Frühjahr aus. Bleibt zu hoffen, dass sie ihren Fehlentscheid überdenkt. 

Im "umfangreichen" Pilotbetrieb habe es drei Jahre lang je drei Trams und Busse mit einem "Public WLAN" gegeben. Der Entschluss, aufs Angebot zu verzichten, sei aufgrund einer zu geringen Nachfrage, sich rasant verändernden technischen Rahmenbedingungen und nicht zuletzt aufgrund der kürzlich vom Eigner verabschiedeten Vorgaben zur Kosteneffizienz gefällt worden. Ein Witz: Schauen die BVB-Verantwortlichenn nie in ihre Fahrzeuge und registrieren, dass mindestens die Hälfte der Gäste das Smartphone nutzt - auf eigene Rechnung! Ein Mitglied der Basler Regierung dazu wörtlich zu barfi.ch: "Wenn ich die Wahl zwischen einem gelben oder grünen Drämmli habe, nehme ich die BLT."

Wie steht es um die Internet-Verbindung in Schweizer Zügen?

Um die Wünsche ihrer Fahrgäste weiss die SBB, verkündet auf der eigenen Seite aber: "Die SBB verzichtet bewusst auf WiFi im Zug, da die eingebauten Signalverstärker bereits für guten Empfang unterwegs sorgen." Und dann folgt eine lange Liste von Gründen, weshalb unser Land auf den Service gegenüber ihren Gästen verzichtet, der in vielen selbst weniger zivilisierten Ländern längst selbstverständlich ist.

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