©Screenshot Video OpenGridMap
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Handy-Jagd auf Windräder und Leitungen: Weltkarte für Stromnetze

Rund um den Globus von Berlin über Tokyo bis Teheran sind Hunderte Freiwillige mit einer App auf ihren Smartphones unterwegs und kartieren Windräder, Solaranlagen, Trafohäuschen und Stromleitungen. Fotos und Standortdaten werden an der Technischen Universität München ausgewertet und in das Landkartensystem OpenStreetMap hochgeladen.

Auf Basis dieser Übersicht lasse sich simulieren, wie sich die Einspeisung regenerativer Energien auswirkt und wo Engpässe oder Überkapazitäten entstehen könnten. "Man kann einen Umbau der Energieversorgung nur dann planen, wenn man genau weiss, wo Leitungen liegen, an welchen Stellen der Strom aus den Hochspannungsleitungen transformiert und in die Niederspannungsnetze eingespeist wird", sagte Hans-Arno Jacobsen von der TU München.

Bisher fehle dafür eine solide Datenbasis. Wenige Energieversorger machten ihre Daten öffentlich zugänglich. In den Schwellenländern seien die Informationen oft nicht einmal digitalisiert. Eine Firma mit der Datensammlung zu beauftragen, wäre teuer - das Crowdsourcing hingegen ist praktisch kostenlos.

Bis genug Daten vorliegen, können freilich Jahre vergehen. Unterstützt wird das Projekt OpenGridMap von Siemens ebenso wie der Weltbank, dem deutschen Forschungsministerium und der Alexander von Humboldt Stiftung.