Raphael Wicky muss sich über die Leistungen seiner Mannschaft allmählich den Kopf zerbrechen
Raphael Wicky muss sich über die Leistungen seiner Mannschaft allmählich den Kopf zerbrechen
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«Das Problem ist nicht YB, das Problem sind wir»

Nach dem 0:1 in Luzern, der dritten Niederlage ohne Torerfolg in der Rückrunde, wirkt Raphael Wicky ratlos. Auf die Frage, ob die Kapitulation gegen YB bald kommen werde, sagte er: «Es sieht so aus.»

In allen Schweizer Super-League-Stadien spielt sich nach den Partien das gleich Zeremoniell ab. Der Medienchef des Heimklubs sitzt in der Mitte. Links und rechts von ihm die beiden Trainer. Sie stellen sich den Journalisten. Der Trainer des Verlierers gratuliert dem Trainer der Siegers zum Sieg, zur tollen Leistung und zur guten Mannschaft. Der Trainer des Siegers nimmt die Gratulation entgegen und versucht, ein paar tröstende Worte für den unterlegenen Kollegen zu finden.

Raphael Wickys Vorgänger Urs Fischer konnte oder musste den Part des Gratulierenden in der Saison 2016/17 nur zweimal spielen, beide Male nach Partien gegen YB. 26 Mal war der Zürcher der Empfänger.

Raphael Wicky ist in dieser Beziehung versierter. Im Herbst war er drei Mal der Gratulierende. Und nach den nur vier Basler Spielen nach der Winterpause weitere drei Mal. Für die jetzige Baisse des FCB - drei Punkte aus vier Spielen - findet man in den letzten Jahren kein Beispiel.

Um ein ähnliches Tief der Rotblauen zu finden, muss man an den Auftakt der Saison 2009/10 zurückgehen. Thorsten Fink hatte gerade Christian Gross abgelöst. Basel holte aus den ersten acht Runden nur nur Punkte und lag 13 Punkte hinter den Young Boys. Fink hatte aber noch 28 Runden zur Verfügung, um dies zu korrigieren - was er auch tat. Er eröffnete den Reigen von acht Basler Meistertiteln. Wicky stehen für die Korrektur noch 13 Spiele zur Verfügung. In diesen 13 Spielen (Nachtragsspiele eingerechnet) muss er 17 Punkte wettmachen und darüber hinaus YB auch mit dem Torverhältnis abfangen. Derzeit bilanzieren die Berner plus 35 Tore, die Basler plus 21.

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Raphael Wicky wurde an der Medienkonferenz in Luzern gefragt, wie er das Steuer noch herumreissen könne. Der Walliser hielt unmissverständlich fest, dass Basel nur etwas ausrichten könnte, wenn es selber besser wird. «Das Problem ist nicht YB, das Problem sind wir selber», sagte der Jungtrainer. «Wir müssen weiter arbeiten und ein Spiel um das andere nehmen.» Liefern ein Teil seiner Leute ungenügende Leistungen ab wie im Match in Luzern, nimmt Wicky sie konsequent in Schutz. So war es beispielsweise mit dem niederländischen Stürmer Ricky van Wolfswinkel, der die vielleicht beste Basler Möglichkeit vergab, indem er aus guter Position über das Tor schoss. Wicky weiss, dass er seine Leute derzeit viel eher aufbauen als mit Kritik eindecken muss.

Wickys Antipode Gerardo Seoane bleibt bescheiden, obwohl ihm wohl kaum jemand einen derart guten Start als Cheftrainer des FCL zugetraut hatte: vier Siege, zwei Unentschieden, null Niederlagen. Der Luzerner mit spanischen Wurzeln spielte sogar die Offensivleistung seiner Mannschaft herunter, indem er nach dem 1:0-Sieg von einer hohen Effizienz seines Teams sprach. Dabei hatten die Luzerner Möglichkeiten für drei oder vier Tore gehabt.