Die Kochlegende Marc Haeberlin und Eckart Witzigmann. ©Gourmetwelten
Die Kochlegende Marc Haeberlin und Eckart Witzigmann. ©Gourmetwelten
  • Monika Kellermann für Gourmetwelten / barfi
  • Aktualisiert am

Die Kochlegende Marc Haeberlin: 50 Jahre 3 Sterne

Mail aus München: Es gibt Termine, da schlägt das Geniesserherz höher und man freut sich darauf wie Kinder auf Weihnachten. So im Gaggenau Kochstudio in München: Marc Haeberlin präsentierte sein neues Buch «Die Kochlegende Marc Haeberlin».

Nach Hans Haas, der den Reigen dieser Kochlegenden-Reihe in der Gourmet Edition der Süddeutschen Zeitung eröffnete, stellte Ralf Frenzel nun die zweite Ausgabe vor. Wenn nicht Marc Haeberlin eine Kochlegende, wer dann? 1967 erhielt Paul Haeberlin, der Vater von Marc zum ersten Mal diese hohe Auszeichnung und seither leuchten die drei Sterne ununterbrochen über der Auberge de l'Ill im Elsass. Eine wahrlich außergewöhnliche Leistung, die es zu würdigen gilt.

Bild: Tretorri Verlag

Wir, die wir diese Präsentation erleben durften, kamen in den Genuss zweiter traditioneller Klassiker von Paul Haeberlin «Getrüffelte Gänseleber-Brioche» und «Soufflierter Lachs Auberge de l'Ill», großartig zubereitet von Marc, der auf charmante und unterhaltsame Art die Entstehung dieser zwei Gerichte erzählte.

Sehr zur Freude von Marc Haeberlin war unser hochgeschätzter, und bei den Münchnern überaus beliebte, Koch des Jahrhunderts, Eckart Witzigmann, zu Gast. Ihn verbindet zur Auberge de l'Ill ein familiäres Verhältnis. Als er als junger Koch erfuhr, dass er bei Paul Haeberlin anfangen kann, konnte er sein Glück kaum fassen. Marc Haeberlin erzählte, dass sein Vater relativ schnell erkannte, welch großes Kochgenie da heranwuchs und für ihn selbst war Eckart wie ein großer Bruder. So schön das Buch auch geworden ist, aber zwei der ganz Großen der Kochszene zuzuhören, wenn sie so locker und sympathisch von ihrer gemeinsamen Zeit erzählen, dass ist schon ein besonderes Erlebnis.

Marc Haeberlin ist ein würdiger Nachfolger seines ebenso legendären Vaters Paul Haeberlin (1923 - 2008), der es großartig versteht seine persönliche Vision einer zeitgemässen elsässischen Küche auf die Teller zu zaubern. Stets tief verwurzelt in der Tradition seiner Heimat und der Küche seines Vaters, dennoch offen für neue Inspirationen aus aller Welt. Er war Schüler bei Paul Bocuse und den Brüdern Troisgros bevor er ins familiengeführte Traditionshaus zurückkehrte.

In den Kochlegenden stellt er 35 legendäre Rezepte vor, wie sie in der Auberge de l'Ill serviert werden. Die ansprechend fotografierten Gerichte werden von kurzen Essays begleitet, die Besonderheiten und die Entstehung beschreiben. Dabei geht es weniger um das «wie» sondern vielmehr um das «warum». In einem Interview erfährt man viel über den großen Küchenchef, seine Familie und die Tradition des Hauses, das seit 50 Jahren mit drei Sternen geehrt wird.

Vielleicht ist das eine oder andere Gericht perfekt für das Weihnachtsmenü, aber, weniger Mühe macht es das Buch zu verschenken?

Gourmetwelten

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Erschienen im Tre Torri-Verlag 
Süddeutsche Zeitung Gourmet Edition
248 Seiten und zahlreiche Fotos
Preis: 39,90 Euro