Symbolbild: publicdomainpictures.net
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Arztwahl für ambulante Behandlungen ohne finanzielle Einbussen

Versicherte sollen für ambulante Behandlungen ihren Arzt frei wählen können, ohne dass ihnen dadurch finanzielle Nachteile entstehen. Verstärkt werden soll auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Der Bundesrat hat am Mittwoch die gesetzlichen Grundlagen des revidierten Krankenversicherungsgesetzes verabschiedet und in Kraft gesetzt.

Heute werden die Kosten höchstens nach dem Tarif vergütet, der am Wohnort oder am Arbeitsort eines Versicherten oder in dessen Umgebung gilt. Sind die Kosten für die Behandlung an einem anderen Ort höher, müssen die Patienten die Differenz übernehmen. Die Änderung tritt per 1. Januar 2018 in Kraft, wie das Bundesamt für Gesundheit in einer Mitteilung schreibt.

Verstärkt werden soll auch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Gesundheitswesen. Heute kann die Grundversicherung die Kosten von medizinischen Behandlungen im grenznahen Ausland nur im Rahmen von befristeten Pilotprojekten übernehmen. Zurzeit bestehen solche Projekte im Raum Basel/Lörrach und St. Gallen/Liechtenstein.

Mit den neuen rechtlichen Grundlagen, die per 1. Januar 2018 in Kraft treten, können die Kantone diese Projekte dauerhaft weiterführen. Ausserdem wird ihnen ermöglicht, weitere unbefristete Programme zu beantragen. Die Versicherten können sich freiwillig bei den ausgewählten Leistungserbringern im Ausland behandeln lassen.

Weitere Änderungen betreffen Personen, die in einem EU- oder EFTA-Staat wohnen und in der Schweiz versichert sind. Neu können Grenzgänger sowie Rentner und ihre Familienangehörigen bei einer stationären Behandlung in der Schweiz unter den Listenspitälern frei wählen. Dabei soll aber höchstens der Tarif jenes Kantons übernommen werden, zu dem sie einen Anknüpfungspunkt haben.

Kantone sind künftig verpflichtet, für den kantonalen Anteil der Behandlungskosten von Versicherten mit Wohnsitz in einem EU- oder EFTA-Staat aufzukommen. Heute müssen Kantone nur Spitalbehandlungen von in ihrem Gebiet wohnenden Versicherten mitbezahlen. Diese Änderungen treten per 1. Januar 2019 in Kraft.