©keystone
©keystone
  • beilit / barfi
  • Aktualisiert am

Rauchentwöhnung mit Medikamenten – auch bei COPD möglich?

Zur Rauchentwöhnung gibt es unterschiedliche Hilfsmittel. Nikotinersatzprodukte wie Pflaster oder Kaugummis helfen, körperliche Entzugserscheinungen zu mildern, indem so dem Körper auf anderem Wege Nikotin zugeführt wird. 

Aber es gibt auch Medikamente, die dabei helfen sollen, rauchfrei zu leben. Die Wirkstoffe Vareniclin und Bupropion helfen, indem sie Entzugssymptome und das Verlangen nach Zigaretten mildern. Bei Patienten mit COPD gab es Bedenken, ob diese Wirkstoffe eingesetzt werden sollten. Es wurde vermutet, dass sie zu psychologischen Problemen führen könnten oder schwere unerwünschte Effekte auf das Herz-Kreislauf-System auslösen könnten.

Eine Auswertung von Daten von COPD-Patienten aus einer englischen Gesundheitsdatenbank konnte das aber nicht bestätigen. Weder Bupropion noch Vareniclin zeigten ein größeres Risiko für solche unerwünschten Wirkungen im Vergleich zu einer Nikotinersatztherapie. Für Vareniclin ergab die Auswertung britischer Forscher sogar, dass Vareniclin das Risiko für Herzversagen und Depressionen verringert.

Für ihre Studie werteten die Forscher Daten von 14 350 Patienten mit COPD aus. Dabei suchten sie nach Patienten, denen zwischen Januar 2007 und Januar 2012 eine Nikotinersatztherapie, Vareniclin oder Bupropion verschrieben wurde. Aus den Daten der folgenden sechs Monate dieser Patienten entnahmen die Forscher Daten zu Herzproblemen wie ischämische Herzkrankheit, Schlaganfall, Herzversagen, Verkalkung der Blutgefäße und Herzrhythmusstörungen. Sie untersuchten außerdem, ob Depressionen oder Selbstverletzungen bei den behandelten COPD-Patienten vorkamen. Die Daten wurden mathematisch ausgewertet.

Da die Forscher keine Unterschiede finden konnten, legt diese Studie nahe, dass Vareniclin und Bupropion auch zur Rauchentwöhnung von COPD-Patienten geeignet sein können. Die Rauchentwöhnung mit Medikamenten gilt als sehr effektiv, muss aber aufgrund möglicher Nebenwirkungen von einem Arzt begleitet werden.