Bild: Falk Lagerheld
Bild: Falk Lagerheld
  • Nathan Leuenberger / barfi
  • Aktualisiert am

Basel muss goldig sein, Basel muss glänzen

Ein «Unternehmer» treibt sein künstlerisches Unwesen in Basel und verwandelt Gebäude in Goldobjekte. Eine alte Carrosserie im St. Johann wurde sein erstes Opfer.

«Falk Lagerheld» setzt in Basel den Goldstift an. Wer er ist? Ein Mysterium. Laut selbstdeklarierter Biografie handelt es sich bei Herrn Lagerheld um einen kanadischen Milliardär, dessen Grossmutter früher in Basel wohnte und sich unsterblich in unsere Stadt verliebte. Ihr sei es jedoch nie vergönnt gewesen, wieder in die Rheinstadt zurückzukehren, nachdem sie im zarten Alter von sieben Jahren wegziehen musste. Am Abend, bevor sie für immer einschlief, sei Falk Lagerheld mit ihr in der Oper gewesen – zu diesem Anlass trug sie ein goldenes Kleid. «An diesem Morgen schwor ich mir, sie zurück nach Basel zu bringen - wenigstens symbolisch», schreibt der Unternehmer in einer Medienmitteilung.

So kam es dann auch, dass er am Sonntag mit einem Kollektiv von «arbeitslosen Künstlern», wie er sagt, die Carrosserie St. Johann in ein goldenes Gewand verpackte. Dabei handle es sich um echtes Edelmetall. Zweifler würden jedoch behaupten, dass es sich dabei um Spraydosenfarbe handelt, denn die Dosen sind im dazugehörigen Video prominent zu sehen. Lagerheld dementiert: «Das Echtgold wurde mit einem Schutzlack überzogen, um es an der Fassade zu fixieren.»

Das Ziel der Kunstaktion ist nicht grundlos gewählt: «Da die alte Carrosserie Ende des Jahres abgerissen wird, hat sich Herr Lagerheld kurzfristig entschieden, hier sein Projekt zu beginnen», heisst es in der Mitteilung. Bald sollen weitere Gebäude folgen. Mit der Stadtbildkommision oder der Regierung sei nichts abgesprochen, darum würden sich Lagerhelds Anwälte kümmern. Schliesslich ist der Mann, dessen Name verdächtig nach Karl Lagerfeld klingt, ja Milliardär. Was kümmern da solche Amtsbanalitäten.

Die Reaktionen auf die Goldaktion seien bis jetzt allerdings ausschliesslich positiv und selbst der Basler Baudirektor Hans-Peter Wessels bekundete auf Facebook seine Zustimmung mit einem Like. Welches Gebäude das nächste Opfer der Vergoldung sein wird, will oder kann Lagerheld noch nicht sagen. Ziel sei es jedoch, dass ein grosser Teil der Stadt in der Farbe des Edelmetalls glänzen soll. Damit Grossmutter im Himmel ewig auf die geliebte Stadt herabblicken möge.

Hier die Lackierung im Video: