Die Fondation Beyeler, erbaut von Renzo Piano © Mark Niedermann
Die Fondation Beyeler, erbaut von Renzo Piano © Mark Niedermann
  • Binci Heeb
  • Aktualisiert am

Fondation Beyeler feiert 20. Geburtstag mit Monet, Tillmans und Klee

Die Fondation Beyeler feiert. Zum Geburtstag schenkt sich das Haus einen Erweiterungsbau und einen Park. Aber natürlich kommt auch die Kunst nicht zu kurz. Zwei Wochen nach dem Kunstmuseum präsentierte Direktor Sam Keller ein dichtes Ausstellungsprogramm. 2017 wird für die Region ein Kunstjahr.

Ulrike Erslöh und Sam Keller anlässlich der Medienkonferenz.

Sam Keller war selbst seinem Museum ein Jahr voraus. Schon in diesem Januar feierte der Direktor der Fondation Beyeler einen runden Geburtstag. Aber heute Morgen freute sich der Fünfzigjährige vor allem auf den 20. Geburtstag seines Hauses. Und da hat er einiges vor: Schon Anfang Jahr soll die Erweiterung des Beyeler Museums von Peter Zumthor im Iselin-Weber-Park dem Publikum vorgestellt werden. Unlängst wurde das Gelände erworben und «man darf sich auf einen traumhaft schönen Park für die Öffentlichkeit sowie ein tolles Gebäude freuen», wie es Keller ausdrückt.

Bei der Museumseröffnung im Oktober 1997 umfasste die Sammlung der Fondation 166 Werke, so ist diese seither mit mittlerweile 300 Werken fast doppelt so gross und auf 74 Künstler angewachsen. Insgesamt wurden in den vergangenen 20 Jahren 1'023 Werke an verschiedene Museen rund um den Globus ausgeliehen. 91 Ausstellungen wurden gezeigt, über 6 Millionen Besucher durften begrüsst werden. Stolz zeigt sich Sam Keller auch über die Kunstvermittlung mit ihren 25'000 Führungen und Workshops im laufenden Jahr sowie den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen als zentrale inhaltliche Pfeiler des Hauses. Zudem streicht er Wichtigkeit des Neubaus gerade auch für das vielseitige Veranstaltungsprogramm heraus.

«Monet» (22. Januar – 28. Mai 2017)

Das Ausstellungsjahr beginnt im Januar mit der von Ulf Küster kuratierten Ausstellung eines der beliebtesten Künstler: Mit «Monet» und den Reflexionen und Spiegelungen des Künstlers in seinen Werken von 1880 bis zu den Londoner Jahren 1905, vor den Seerosen-Bildern. Unter dem Leitmotiv «Licht – Schatten – Reflexion» soll der Künstler ganz neu beleuchtet werden. Monet wird als jemand, der intensiv über das Bild nachdachte präsentiert, als Bild-Magier gezeigt werden. Die Ausstellung wird 50 Meisterwerke zeigen, darunter auch viele selten ausgestellte Landschaftsbilder. Der Vorverkauf für die Ausstellung startet online bereits am 25. November dieses Jahres.

Claude Monet: «In der Barke», 1887. Musée d'Orsay, Paris, Vermächtnis der Princesse Edmond de Polignac, 1947. © RMN-Grand Palais (Musée d'Orsay) / Hervé Lewandowski.

«Wolfgang Tillmans» (28. Mai bis 1. Oktober 2017)

Der Fotograf und Bildermacher wurde in den frühen 1990ern bekannt als Chronist von Lebensgefühl einer ganzen Generation und Jugendkultur. Im Zentrum des Künstlers steht Bilder an den Grenzen des Sichtbaren zu machen. Bei der von Theodora Vischer geleiteten Ausstellung handelt es sich um die erste umfassende Auseinandersetzung mit dem Medium Fotografie in der Fondation Beyeler. Im Zentrum der Ausstellung steht das Studio als Arbeitsraum. Neben einer grossen Auswahl von C-Prints und Inkjet Prints werden Film- und Tonarbeiten zu sehen sein.

Auch einen neuen Sammlungskatalog wird es geben, der aus zwei Teilen - einem Online-Katalog und einer gedruckten Publikation – bestehen wird. Ein grosser Vorteil des Online-Katalogs wird sein, dass die Angaben kontinuierlich erweitert und wenn nötig angepasst werden können.

Wolfgang Tillmans: «Wet Room (Barnaby)», 2010. © Wolfgang Tillmans

«Paul Klee» (1. Oktober 2017 bis 21. Januar 2018)

Zum Ende des Jahres wird Anna Szech das abstrakte Werk von Klee zum ersten Mal umfassend thematisieren. Mit 20 Werken ist Klee neben Picasso der am stärksten in der Sammlung Beyeler vertretene Künstler. Es werden rund 100 aus allen Schaffensphasen des mit fast 10'000 Werken umfassenden Oeuvres des Künstlers gezeigt, darunter auch sehr selten ausgestellte Arbeiten.

Paul Klee: «Zeichen in Gelb», 1937. © Robert Bayer, Basel

Sammlungsausstellungen aus drei verschiedenen Perspektiven

Neben den drei bereits genannten grossen Ausstellungen wird natürlich auch die Sammlung nicht zu kurz kommen. Die Erste (5. Februar bis 7. Mai) von Raphaël Bouvier kuratiert, ist eine Hommage an Hildy und Ernst Beyeler und zeigt die Original-Hängung von vor 20 Jahren. Dabei wird die erste Sammlungshängung des Ehepaars rekonstruiert. Obwohl sie nicht völlig originalgetreu wiedergegeben werden kann, soll ein repräsentativer Eindruck gezeigt werden. Ein Sammlungs-Raum wird dem Thema «blau» gewidmet sein.

Die zweite Sammlungsausstellung von Theodora Vischer (11. Juni – 6. September 2017) ist dem Ist-Zustand gewidmet und soll den Dialog zwischen Künstler und der Sammlung zeigen. Vom 15. Oktober 2017 bis zum 1. Januar 2018 wagt Ulf Küster mit einem Blick in die Zukunft,  wie sich die Sammlung erweitern könnte. Dabei steht das Verhältnis von Sammlung und Sammler im Vordergrund.

Auch Ulrike Erslöh, kaufmännische Direktorin der Forndation, kann ebenfalls auf viel Positives zurückblicken. Mit Stolz wird auf das Jugendatelier, welches Rundgänge im Museum mit praktischem Teil im Atelier, das Art Lab, der partizipativen Plattform für Leute zischen 15 und 25, den Young Art Club für Kunstbegeisterte von 18 – 30 Jahren, das innert 6 Monaten bereits 233 Mitglieder hat und schliesslich auf Sun.Set, die Kooperation mit dem Nordstern Basel als Serie von hochkarätigen DJ Sets im Park, das im vergangenen Sommer 27'000 Besuchende hatte. Auch im Social Media-Ranking der Museen sei die Fondation die unangefochtene Nummer 1.

Die besten News zum Schluss

  • In Zukunft sollen zwei Mal jährlich «Ikonen der Musik», wie zuletzt John Cale vor ein paar Wochen in der Fondation auftreten.
  • 4 Artist Talks mit international bekannten Künstlern werden 2017 sowohl in Riehen, als auch an internationalen Orten stattfinden. Die Talks werden gefilmt und als Online-Version zur Verfügung gestellt werden.
  • Auch eine neue «full responsive» Webseite soll demnächst aufgeschaltet werden.
  • Das ganze Jahr 2017 hindurch ist der Museumsbesuch für unter 25-Jährige gratis.
  • Das 20-Jahre-Ticket für die drei Ausstellungen zu Monet, Tillmans und Klee gibt es bis Ende der Monet-Ausstellung für nur 60 Franken.

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