Bild: Donata Ettlin
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Kaserne Basel: Mehr Besucher, hohe Auslastung und ein Blick nach vorne

Die Kaserne Basel geht in ihre zehnte und letzte Spielzeit unter der künstlerischen Leitung von Carena Schlewitt. Heute wurde ein Rückblick und das Programm bekanntgegeben.

Auf dem Programm stehen starke Kooperationen im Rahmen von PerformanceProcess, ZeitRäume Basel, CULTURESCAPES Griechenland, Pro Helvetia & DEZA crossroads, BScene, offbeat Jazzfestival Basel, STEPS und Das Tanzfest. Im Bereich Theater, Tanz, Performance gibt es ein Wiedersehen mit vielen Künstler_innen und Gruppen: Unter anderem präsentieren Marcel Schwald, GKW, Tabea Martin und Antje Schupp ihre neuen Arbeiten, aber auch CapriConnection, Phil Hayes, Thom Luz, Alexandra Bachzetsis und Milo Rau kehren in die Kaserne Basel mit neuen Produktionen zurück. International überraschen Gastspiele von Rimini Protokoll, Doris Uhlich, Miet Warlop, Trajal Harrell, She She Pop u.v.a. Das Musikprogramm bietet ein Herbstfeuerwerk mit vielen Konzerten und aussergewöhnlichen Shows: Künstler_innen und Bands wie Mogwai, Mark Lanegan Band, Yasmine Hamdan, Tycho, Faber und viele andere reichen sich die Mikrophone weiter.

Ein Blick zurück auf die vergangene Saison 2016/17 zeigt, dass die Kaserne Basel mit 59'000 Besucher_innen bei 295 Veranstaltungen und einer Gesamtauslastung von 79% wieder ein beliebter Veranstaltungsort war. Im Direktvergleich zur Saison 2015/16 konnten die Zuschauerzahlen um mehr als 10'000 Besucher_innen gesteigert werden. Wir freuen uns auf die Besucher_innen in der Sasion 2017/18.

Nach dem Produktionsfestival „Treibstoff Theatertage Basel“ für junge Künstler_innen geht die Kaserne Basel nun mit dem Schwerpunkt PerformanceProcess in eine aufregende Spielzeit 17/18. PerformanceProcess – eine Kooperation des Museum Tinguely, der Kunsthalle Basel und der Kaserne Basel mit dem centre culturel suisse Paris – zelebriert die Schweizer Performancekunst. Unter dem Motto «Choreografien der Performance» zeigt die Kaserne Basel im September künstlerische Arbeiten von Dimitri de Perrot & Julian Sartorius, Foofwa d’Imobilité & Jonathan O’Hear, Marie-Caroline Hominal, La Ribot, Simone Aughterlony & Hahn Rowe und Massimo Furlan. Im Oktober eröffnet der international bekannte Regisseur und Choreograf Dimitris Papaioannou das biennale Kulturfestival CULTURESCAPES, das sich 2017 Griechenland widmet. «The Great Tamer» ist ein choreografisches Bildertheater über den Kreislauf von der Geburt bis zum Tod. Marcel Schwald feiert mit der Basler Koproduktion «Money Piece I (Comedy)» ebenfalls im Rahmen von CULTURESCAPES Griechenland Premiere. Mit einer internationalen Performancegruppe entstand zwischen Athen und Basel ein Stück über Geld und Humor, welches den Einfluss der Ökonomisierung auf die Biografien der Menschen untersucht.

Das erfolgreich tourende Stück «Clean City» von Anestis Azas und Prodromos Tsinikoris ist die Antwort auf die Forderung der konservativen Rechtspartei, die „die griechischen Strassen von allen Migranten säubern“ will. Fünf Migrantinnen erzählen, wie es sich anfühlt, in Griechenland aufzuräumen und zu putzen. In einem besonderen Talkformat lässt der Bildende Künstler und Kurator der Athens Biennale Poka-Yio in «Eutopia» vier europäische Bürger_innen als Jean Monnet, Helmut Kohl, François Mitterrand und Elizabeth Teissier zusammentreffen. Als letzte Veranstaltung von CULTURESCAPES Griechenland in der Kaserne Basel lädt die blitz theatre group in das «Institute of Global Loneliness» ein. Hier kommen die unterschiedlichsten Menschen zusammen und hoffen, von der Einsamkeit geheilt zu werden.

Darüber hinaus sind im Herbst auch wieder Basler Koproduktionen zu Gast: GKW (Moïra Gilléron, Ariane Koch, Zino Wey) machen sich auf die Suche nach der «EXTASE» in der Gesellschaft und finden sie in der Figur des Dirigenten. Kiriakos Hadjiioannou und Fabrice Mazliah haben für «Hyperion / Higher States, Part 2» mit dem Ensemble Modern den Briefroman von Hölderlin neu vertont und in die heutige Zeit von Desillusionierung, Rebellion und Eskapismus überführt. Im Januar 2018 feiert Antje Schupp Premiere mit dem queeren Stück «PINK MON€Y» – eine neue Währung, mit der man sich in Südafrika teuer Toleranz erkaufen kann. Die Gruppe CapriConnection kehrt zurück und begibt sich in ihrem Musiktheaterabend «Das Böse. Eine Götterdämmerung» auf die Spurensuche des Bösen. In «Private Song» setzt sich Alexandra Bachzetsis mit dem Musikstil Rebetiko – eine Mischung aus griechischer Volksmusik und osmanischer Musiktradition – auseinander und hinterfragt die sozialen sowie die geschlechtsspezifischen Aspekte. Tabea Martin und Simona Bertozzi thematisieren im Tanzduett «This Is My Last Dance» den Umgang mit der eigenen Endlichkeit. Unter dem Titel «crossroads» präsentieren Pro Helvetia und DEZA ein multidisziplinäres Programm mit Performances und Talks von Kunstschaffenden aus der Schweiz, Indien, dem arabischen Raum und Südafrika. Phil Hayes widmet sich in «WORK» performativ der Erforschung der zeitgenössischen Arbeitskultur. Des weiteren folgen im Frühjahr 2018 Gastspiele von Rimini Protokoll und Milo Rau / IIPM sowie Koproduktionen mit She She Pop, Fux, Thom Luz und Corinne Maier.

Am letzten ZAP! Performancemarathon werden u.a. Doris Uhlich, Trajal Harrell, Gisèle Vienne und Miet Warlop zu Gast sein und an der grössten internationalen Biennale für zeitgenössischen Tanz STEPS werden zum 30-jährigen Jubiläum Sharon Eyal, Cindy van Acker, Maqamat und Eric Gauthier neue Arbeiten präsentieren. Weitere Theater-Tanz-Highlights der Saison 2017/18, Basler und Schweizer Koproduktionen sowie Internationale Gastspiele, Kooperationsprojekte und Festivals entnehmen Sie bitte dem Saisonflyer oder der Webseite der Kaserne Basel.

Die Vermittlungsarbeit der Kaserne Basel erreichte mit rund 76 Angeboten in der vergangenen Spielzeit 16/17 mittlerweile über 2100 Personen. Neben zahlreichen Formaten wie Publikumsgesprächen, Führungen und Workshops für Schulklassen und Profis sowie Kinderkonzerten produziert die Kaserne Basel auch verstärkt eigene Vermittlungsprojekte für den regulären Spielplan. Nach den Herbstferien startet unter der künstlerischen Leitung von Joshua Monten und in Kooperation mit drei Schulklassen unterschiedlicher Stufen zum zweiten Mal das Projekt «Tanzakademie Basel», das im Mai 2018 als Site Specfic-Projekt zum Thema «Jäger & Sammler» zur Aufführung kommt.

Das Musikbüro unter der Leitung von Sandro Bernasconi konnte für den Musikherbst erneut zahlreiche spannende Acts bestätigen, die für ein abwechslungsreiches Musikprogramm sorgen werden. Zum Auftakt bietet das Festival ZeitRäume Basel ein multimediales Raumkonzert mit dem dänischen Shooting-Star Simon Steen-Andersen sowie die Uraufführung «Unavoidable Sentimentality» des israelischen Komponisten Yair Klartag. Nach der Preisverleihung zum Schweizer Musikpreis 2017 des Bundesamts für Kultur wird der Ostschweizer Beat-Bastler Bit-Tuner ein Live-Set zum Besten geben. Im Rahmen des Festivals PerformanceProcess werden uns die beiden Schweizer Electro Pop-Bands OY und Mister Milano mit einem extravaganten Konzertabend beehren. Anfang Oktober besucht uns das legendäre britische Electronica-Duo Coldcut und die kongolesische Supergroup Kasai Allstars bringt ihren innovativen Kongo-Sound aus Kinshasa mit. Nomadisch klingt die Musik von Yasmine Hamdan aus Beirut, die den Orient mit dem Okzident verbindet. Aus dem hohen Norden reist die Electronica-Band GusGus an: Die Isländer sind schon fast Stammgäste in Basel. Eine geballte Ladung Rock bringen die drei Belgier Triggerfinger aus Brüssel mit, worauf die Glasgower Post-Rocker Mogwai ihre epischen Gitarrenwände am einzigen Schweizer Konzert auftürmen werden.

Ende Oktober fliegen gleich vier Acts aus den USA über den Atlantik: die James Brown- Reinkarnation Lee Fields and The Expressions, die Grammy nominierte Ambient-Band Tycho aus San Francisco, die legendäre Hot 8 Brass Band aus New Orleans sowie der umtriebige Melancholiker Mark Lanegan mit Band. Auf die grossen Berner Mundart-Rocker Züri West folgt ein hipper Doppelabend mit den kanadischen Indie-Bands TOPS und Weaves. Jazzinspirierte urbane Soundlandschaften kreiert der junge Hip-Hop-Produzent Alfa Mist aus dem nebligen London. Die Texaner Spoon bringen mit ihrem Mix aus Indie und Funk die Reithalle zum Kochen, während die Hamburger One-Man-Disco Erobique und die Amsterdamer Electronica-Jungspunde Weval für zwei Tanznächte im Rossstall sorgen werden. Ende November organisiert „Basel hilft mit“ erstmals einen karitativen Konzertabend, an dem u.a. das Basler Hip-Hop-Urgestein Black Tiger auftritt. James Gruntz wird grossen Schweizer Pop präsentieren, gefolgt von den kanadischen Indie-Rockern Wolf Parade und den isländischen Electro-Poppern FM Belfast. Das 20-jährige Jubiläum von Asian Underground wird der britische Tabla-Virtuose Talvin Singh auch in Basel feiern. Passend zum Dezember klingen die melancholischen Songs des Isländers Högni und des jungen Zürchers Faber.

Auch wieder in der Saison 17/18 dabei: unsere Veranstaltungsreihen Mitten in der Woche und Step It Up, letztere im November mit dem britischen Dub-Meister Aba Shanti-I. An Heiligabend und Silvester öffnet die Kaserne Basel wieder für alle ihre Räume und lädt zu einem rauschenden Fest der Liebe ein. Auch in diesem Jahr werden die Besucher_innen wieder von lokalen und internationalen DJs in eine fantastische Welt entführt.

Im Bereich der kulturellen Bildung führen wir in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule beider Basel erneut den Kurs «Highlights der Kaserne Basel» durch. Unter der Leitung des Theater- und Filmkritikers Alfred Schlienger erhalten die Teilnehmer_innen einen Querschnitt durch das Theater- und Tanzprogramm.

Mit «Projekt: Kaserne!» bieten wir interessierten Schulklassen an, unseren Kulturbetrieb zu begleiten: Künstlergespräche, Workshops, Proben- und Vorstellungsbesuche – ein unverfälschter «Blick hinter die Kulissen».

Ausserdem wird der beliebte Theaterclub «Die Voyeure», das Vermittlungsprojekt für ein junges, kritisches Publikum, fortgesetzt. Das Projekt, das 2012 von der Kaserne Basel und dem jungen theater basel entwickelt wurde, gibt es mittlerweile auch in Zürich, Bern, Luzern und Graubünden.