Kunsthaus in Bregenz.
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Kunsthaus Bregenz feiert sein 20-jähriges Bestehen

Das Kunsthaus Bregenz (KUB) feiert am 15. und 16. Juli sein 20-jähriges Bestehen. Unter der Leitung von Edelbert Köb und dem Einsatz von damals 281 Millionen Schilling entstand in der Nähe des Bodenseeufers der erste grosse Museumsneubau in Österreich seit 100 Jahren (Secession 1898). Seither haben Gebäude und 103 Ausstellungen rund eine Million Besucher in den Bann gezogen.

Gebaut wurde das KUB nach Plänen des bekannten Schweizer Architekten Peter Zumthor, der dafür unter anderem mit dem Mies van der Rohe Award for European Architecture ausgezeichnet wurde. Noch wichtiger dürfte aber wohl die Begeisterung der ausstellenden Künstler sein, die den 30 Meter hohen Betonbau mit markanter Mattglasfassade ("Lichthaut") und drei Ausstellungsebenen unisono als idealen Ausstellungsort preisen.

"Im Licht des Bodensees" wirke das von ihm geplante Kunsthaus Bregenz von aussen "wie ein Leuchtkörper", sagte Zumthor anlässlich der Eröffnung im Juli 1997. Im wechselnden Licht des Himmels nehme der von geätzten Glasplatten umhüllte Stahlbetonbau das Dunstlicht des Sees in sich auf, strahle Licht und Farbe zurück und lasse je nach Blickwinkel, Tageszeit und Witterung etwas von seinem Innenleben erahnen. Eröffnet wurde das Haus mit einer Ausstellung des amerikanischen Künstlers James Turrell.

Im Lauf der Jahre stellten die bekanntesten Vertreter der Kunstgeschichte der Gegenwart in Bregenz aus. Die besten Ausstellungen seien möglicherweise jene gewesen, "die wie Belastungsproben das Haus beanspruchten", stellte das KUB im Vorfeld seines Geburtstags fest - und verwies auf Santiago Serra, der 300 Tonnen Betonziegel schlichten liess, den Bau eines schwarzen Eislaufplatzes durch Pierre Huyghe, auf die riesenhaften Bronzespinnen von Louise Bourgeois und auf Olafur Eliasson, der ein Nebelmeer aufsteigen liess. In dieser Reihe sei auch die aktuelle Ausstellung von Adrian Villar Rojas zu sehen.

Betonporsche vor dem Kunsthaus

Vielleicht weniger schwer, aber nicht minder imposant waren die Werke und Installationen anderer Künstler wie Per Kirkeby, Erwin Wurm, Jenny Holzer, Ai Weiwei, Jeff Koons, Damian Hirst oder Gottfried Bechtold. Im Rahmen der Festaktivitäten zum 20. Geburtstag des Kunsthauses wurde am vergangenen Wochenende ein Betonporsche 911 von Bechtold vor dem Kunsthaus aufgestellt.

Der Betonporsche war 2006 im Skulpturenensemble "Elf Elf" auf dem Vorplatz des Kunsthauses gestanden und wurde im vergangenen Winter mit Fördermitteln des Bundesministeriums angekauft. Ebenfalls zum Geburtstag wurde vor dem KUB-Cafe die 15 Meter lange Skulptur "Apropos" des in Wien lebenden Heimo Zobernig installiert, der sein Werk dem KUB geschenkt hat.

Zur Geburtstagsfeier am Wochenende (15./16. Juli) geniesst die Bevölkerung freien Eintritt ins Kunsthaus und in die Ausstellung "The Theater of Disappearance" von Villar Rojas. Ausserdem erwarten die Besucher Musik, Tanz und spektakuläre Aktionen auf dem Karl-Tizian-Platz. Zudem wird es am Samstagabend, 19.00 Uhr, im benachbarten Landestheater einen offiziellen Festakt geben.