Besucher des Tags der offenen Tür besichtigen die Baustelle des Erweiterungsbaus des Zürcher Kunsthauses, am Samstag, 01. April 2017, in Zürich.
Besucher des Tags der offenen Tür besichtigen die Baustelle des Erweiterungsbaus des Zürcher Kunsthauses, am Samstag, 01. April 2017, in Zürich.
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Kunsthaus Zürich verliert 2017 rund 90'000 Besucher

Das Kunsthaus Zürich vermeldet für 2017 rund 90'000 weniger Eintritte als im Vorjahr. Der massive Rückgang führt in der vorläufigen Jahresrechnung zu einem Verlust von 300'000 Franken. Dieser wird teilweise gedeckt von der Ausgleichsreserve.

"Vor einem Jahr war es einfacher", sagte der Finanzchef des Kunsthauses Zürich, Hans Peter Meier, am Donnerstag an der Jahresmedienkonferenz. Für 2016 hatte er noch einen Zuwachs vermelden können.

Nun dieser Einbruch um 90'000. Prognostiziert hatte Meier für 2017 einen Rückgang um 50'000, leider sei diese Prognose überschritten worden. Mit 230'000 Besuchern liegt das Museum nun unter dem langjährigen Durchschnitt von 300'000 Eintritten.

Für die Deckung des Jahresverlusts von "grob geschätzten 300'000 Franken", so der Mediensprecher Björn Quellenberg auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA, muss das Kunsthaus die Ausgleichsreserve und Fonds aktivieren. In der geprüften Jahresrechnung, die Ende Mai publiziert werde, erscheine so noch ein Verlust zwischen 50'000 und 150'000 Franken.

Bauliche Herausforderungen

Walter Kielholz, Präsident der Zürcher Kunstgesellschaft, zeigte sich gleichwohl optimistisch. Ein Rückgang sei vor Jahresfrist angekündigt worden. Auch finanziell sei das Museum mit dem Bau des unterirdischen Zugangs zum Erweiterungsbau von David Chipperfield in einer schwierigen Phase angekommen.

Zudem müsse das Stammhaus technisch aufgerüstet und auf die Höhe des Neubaus gebracht werden. Auch das eine Herausforderung, so Kielholz. Immerhin sei der private Anteil an den Gesamtinvestitionen der Erweiterung inzwischen gesichert.

Junge Kunst, Mode und Klassische Moderne

Gegensteuer geben soll auch das Ausstellungsprogramm 2018. Laut Meier geht das Kunsthaus zwar nochmals von einem Verlust aus, hofft aber, die Eintritte auf 260'000 zu steigern. Einen ersten Schweizer Auftritt erhält der 1968 geborene mexikanische Künstler Abraham Cruzvillegas. Die Ausstellung "Fashion Drive" betrachtet 500 Jahre Modegeschichte im Spiegel der Kunst.

Monografische Ausstellungen widmet das Kunsthaus Robert Delaunay und Oskar Kokoschka. Programmiert sind zudem Ausstellungen mit den Sammlungsbeständen des Kunsthauses.

Neubesetzungen

Schliesslich stellte Kunsthaus-Direktor Christoph Becker neue Köpfe vor. Neu in die Geschäftsleitung kommt Christoph Stuehn, zurzeit noch Direktor von Memoriav. Stuehn wird ab April die Abteilung Verkauf und Services leiten. Zudem wird er für das ab 2020 erweiterte Museum eine Raumvermietungs- und Veranstaltungsorganisation aufbauen. Mit dieser Neubesetzung erhofft sich das Kunsthaus mehr Einnahmen.

Einen neuen Konservator hat die Grafische Sammlung. Jonas Beyer übernimmt die Stelle von Bernhard von Waldkirch. Unter Beyers Leitung fällt auch die Provenienzforschung, die in der Grafischen Sammlung mit finanziellen Mitteln des Bundesamtes für Kultur an die Hand genommen wird. Beleuchtet werden insbesondere Ankäufe, die das Kunsthaus zwischen 1933 und 1945 tätigte.