• Binci Heeb
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Weshalb das Haus der US-Bürgerrechts-Ikone Rosa Parks nach Berlin kam

Der 1971 geborene US-amerikanische Künstler Ryan Mendoza lebt und arbeitet in Berlin. Während 18 Tagen baute er Ende Juli 2016 in Detroit das stark baufällige Einfamilienhaus der amerikanischen Bürgerrechts-Ikone Rosa Parks ab. Rosa Parks hatte dort von 1957 – 1959 gelebt.

2014 kaufte Rhea McCauley, die Nichte von Parks, das Haus für 500 US Dollar von der Stadt Detroit, um es vor dem geplanten Abriss zu schützen. Zusammen mit Freiwilligen wurde es von Mendoza während 18 Tagen in Detroit abgebaut, in zwei Container verstaut, verschifft und im Berliner Stadtteil Wedding im Hof zwischen seinem Studio und dem Wohnhaus eins zu eins wiederaufgebaut. Die Kosten für den Transport beliefen sich auf 13 000 Dollar. 

Die am 4. Februar 2013 in Tuskegee, Alabama, geborene Afroamerikanerin Rosa Parks wurde am 1. Dezember 1955 in Montgomery (Alabama) verhaftet, weil sie sich weigerte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weissen Fahrgast zu räumen. Dadurch wurde der sogenannte Busboykott von Montgomery ausgelöst. Er war Mitauslöser der schwarzen Bürgerrechtsbewegung, zu deren Ikone Parks bald gehören sollte.

Aber auch die Geschichte konnte nicht verhindern, dass das Haus abgerissen werden sollte. Mendoza, der die USA 1992 in Richtung Neapel verlassen hatte, weil er sein Land als zu isolationistisch betrachtete, kam bei einer Reise 2016 auf der Suche nach sich selbst nach Detroit. Er schaute sich nach einem amerikanischen Haus um, welches er nach Europa bringen konnte. Dabei wurde ihm ein Haus geschenkt, welches er nach Europa verschiffte und als weiss angestrichenes «White House» anlässlich der Art Rotterdam gezeigt wurde.

Rosa Park’s Haus soll aber nicht für immer in Berlin Wedding stehen bleiben. Der Künstler möchte es an europäische Museen verleihen. Wer weiss, vielleicht ist es demnächst auch in unserer Region zu sehen.