Bild: Fondation Beyeler
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Alexander Kluge zu Besuch in der Fondation Beyeler

Im April kommt Kluge für zwei Abendveranstaltungen persönlich ins Museum, einmal für einen Dialog mit dem Germanisten Ulrich Stadler und am Tag darauf für ein Gespräch mit Georg Baselitz. 

Film braucht Raum – davon ist Alexander Kluge überzeugt. Anlässlich der aktuellen Ausstellung «Georg Baselitz» in der Fondation Beyeler hat der renommierte Autor und Filmemacher ein filmisches Porträt produziert, eine Hommage für Georg Baselitz (Parsifal).

Jurist, Schriftsteller, Theoretiker, Filmemacher: Alexander Kluge ist einer der vielseitigsten Intellektuellen Deutschlands. Aus Anlass der Ausstellung «Georg Baselitz», die noch bis zum 29. April in der Fondation Beyeler zu sehen ist, hat er ein filmisches Porträt, betitelt Hommage für Georg Baselitz (Parsifal) geschaffen, das ähnlich wie die Werke des bildenden Künstlers mit vielfältigen Bezügen zur Geschichte spielt, diese aber in einen anderen Kontext rückt und damit eine neue Sichtweise eröffnet.

Am Mittwoch, den 4. April 2018 um 19.00 Uhr, bestreitet Kluge mit Unterstützung von Germanist Ulrich Stadler einen spannenden Abend zum Thema «Chronik der Gefühle in disruptiver Zeit. Geschichten zu kurzen und langen Zeiten». Den Begriff «disruptiv» verwendet Kluge zur «Kennzeichnung der Zerstörung guter Überlieferung, während sich ein neues, rohes Zeitalter überraschend an deren Stelle setzt». Kluge ist der Nomade des Erzählens, ein unermüdlicher Sammler, ständig en detail, ohne sich darin zu verlieren – es verspricht, ein spannender Abend zu werden.

Tags darauf, am Donnerstag, den 5. April um 18.30 Uhr, trifft sich Alexander Kluge mit Georg Baselitz in der Fondation Beyeler. Das Gespräch ist überschrieben mit: «Von Mutterwitz und Heldentum»; Thema sind die aktuelle Ausstellung sowie das Bühnenweihfestspiel Parsifal, das dieses Jahr an der Bayerischen Staatsoper aufgeführt wird und für das Baselitz das Bühnenbild entwirft.

Kluge machte sich Anfang der 1960er-Jahre als Schriftsteller und vor allem als Filmemacher einen Namen. Als erster Deutscher erhielt er nach dem Krieg den Silbernen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig (für Abschied von gestern, 1966), und er gilt als treibende Kraft der Strömung des Neuen Deutschen Films, die zu jener Zeit einen Umbruch im deutschen Kino einleitete. Bis Mitte der 1980er-Jahre veröffentlichte Kluge 14 Spielfilme und produzierte zahlreiche Gesprächssendungen mit Künstlern, Wissenschaftlern, Musikern, Filmemachern, Schriftstellern und Politikern. Seit Anfang des neuen Jahrhunderts ist er auch wieder vermehrt als literarischer Autor tätig.