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Bildungsrat passt Stundentafel für Baselbieter Sekundarschule an

Nach politischem Druck hat der Baselbieter Bildungsrat die im Frühjahr verabschiedete Stundentafel für die Sekundarschule angepasst. Die naturwissenschaftlichen Fächer sollen in Zukunft gestärkt werden. Die Schulen sollen dadurch mehr Planungssicherheit erhalten.

Auf breite Kritik gestossen war der Entscheid des Bildungsrates, wonach in der ab Schuljahr 2018/2019 geltenden Stundentafel für die Sekundarschule die Fächer Geografie und Geschichte mit je 1,5 Lektionen sowie die Fächer Biologie, Chemie und Physik mit je einer Stunde dotiert werden. Der Bildungsrat hatte dies mit Vorgaben der Regierung sowie einem Volksentscheid gegen Sammelfächer begründet.

Um die Fächer aufzuwerten, verlangte eine im August eingereichte Initiative eine Änderung des Bildungsgesetzes. Zudem wurden entsprechende Vorstösse im Landrat eingereicht. Der Bildungsrat sah dadurch die Planungssicherheit für die Schulen gefährdet. Daher fanden mehrere Aussprachen zwischen dem Bildungsrat, den Initianten sowie der landrätliche Bildungs-, Kultur- und Sportkommission statt.

Mit der nun verabschiedeten Stundentafel werden die naturwissenschaftlichen Fächer mit mindestens zwei Lektionen pro Woche gestärkt, wie der Bildungsrat am Mittwoch mitteilte. Die Lektionen in den Fächern Biologie, Chemie und Physik sowie Geografie und Geschichte werden neu auf drei Schuljahre verteilt.

Um das Anliegen von Doppellektionen zu erfüllen, werden indes nicht mehr alle Fächer in jedem Jahr unterrichtet. Der Bildungsrat weicht damit vom im Lehrplan 21 vorgesehenen kontinuierlichen Aufbau über alle drei Sekundarschuljahre ab.

Weniger Hauswirtschaft

Damit eine Umsetzung mit Doppellektionen möglich ist, werden zudem sowohl die naturwissenschaftlichen Fächer sowie der Bereich Geschichte und Geografie um jeweils eine Lektion aufgestockt. Der Geschichtsunterricht wird dabei auf Kosten von Geografie gestärkt.

Im Gegenzug wird eine Praktikumslektion Hauswirtschaft im dritten Schuljahr gestrichen und zu Gunsten einer zweiten Praktikumslektion der naturwissenschaftlichen Fächer eingesetzt. Die Lernziele in der Hauswirtschaft bleiben erreichbar, wie es weiter heisst. In den Niveaustufen E und P wird zudem auf eine geplante Stärkung der handwerklichen Fächer Textiles und Technisches Gestalten verzichtet.

Der Bildungsrat hält so unter dem Strich an einem Deputat von 42 Lektionen fest, was weiterhin den Kostenvorgaben der Regierung entspreche. Derzeit sind es 40 Stunden. Die neue Stundentafel für die Sekundarschule tritt am 1. August 2018 aufsteigend mit den 1. Klassen in Kraft.

Das Komitee Starke Schule, dass die Initiative "Ja zu einer pädagogisch sinnvollen Stundentafel" im Sommer eingereicht hatte, zeigte sich über den Entscheid des Bildungsrates zufrieden. Mit der neuen Stundentafel werden sämtliche Forderungen der Initiative erfüllt, wie das Komitee mitteilte. Daher habe es ein Verfahren für den Rückzug der Initiative eingeleitet.