• Christine Staehelin
  • Aktualisiert am

Der Bärentag wird 20: «Brauner Mutz» jetzt im Kleinbasel

Die «Gesellschaft zum Bären» feiert heute den zwanzigsten Geburtstag. Neben dem heute gefeierten «Bärentag» engagiert sich die Gesellschaft für die Integration von Kindern und Jugendlichen in Basel.  

Basel hat zwar viel zu bieten, aber die Bebbi blicken ab und an auch neidisch auf die anderen Schweizer Städte. Zürich zum Beispiel hat einen See und Bern hat den Bärengraben. Zwar kann man keinen See in Basel anlegen, aber einen «Mutz» gibt es doch auch in unserer Stadt. Nein, der Zolli hat seine Bestimmungen nicht geändert und wieder Bären im Gehege. Der Bär ist im Kleinbasel unterwegs, jeweils am offiziellen «Bärentag».

Den Gegnern zum Trotz

Zahlreiche Kinder gratulierten heute dem «Bär» zum Geburtstag © barfi.ch

Es ist ein grosses Geburtstagsfest, das heute am Nachmittag begann und bis spät in die Nacht gefeiert wird. Der «Bärentag», jeweils am 12. Januar, wird zwanzig Jahre alt. Volljährig ist er schon seit zwei Jahren und bewies sich so gegenüber jenen bösen Zungen, die bei der Gründung im Jahr 1998 von einer «Totgeburt» sprachen. Zugegeben, der Bär eckt an. Und genau das ist Sinn und Zweck. 

In der Gesellschaft zum Bären sind sowohl Frauen, wie Nicht-Basler willkommen. «Sie bindet damit zwei wichtige Bevölkerungsgruppen ein, die bei den Gesellschaften zum Greifen, zum Rebhaus und zur Hären fehlen», schreibt die Bärengesellschaft. Der Bär soll Zeichen für Solidarität sein, die in der heutigen Gesellschaft nur noch schwer aufzufinden sei.

Ausgrenzung und Verstossung

Vor dem Auftritt des Bären wurde Geld gesammelt © barfi.ch 

Passend zu diesem Credo wurde die Legende des Bären geschrieben, eine Geschichte von Ausgrenzung und Verstossung: Der Bär sei früher jeweils mit den drei Ehrenzeichen am «Vogel Gryff» durch das Kleinbasel gezogen. Schon damals sei er das Zeichen für das offene und unabhängige Kleinbasel gewesen. Doch seine Beliebtheit hätten die «Drei E» zunehmend gestört. An einem Vogel Gryff hätten Wild Maa, Vogel Gryff und Leu den Bären gepackt und in den Rhein geworfen. Die unbequeme Gesellschaft hätte man aus der Zunftgeschichte des Kleinbasels gelöscht. Erst 1998 sei er wiederaufgetaucht. Diese Geschichte ist historisch nicht belegt und nicht mehr als ein weiteres Volksmärchen. Dass sie die Ehrengesellschaften jedoch mit der Legende schlechtredet, ist für viele ein Affront.

Basketball, Jass und Fasnacht

Die Gesellschaft zum Bären ist nicht nur jeweils am 12. Januar jedes Jahres aktiv und sichtbar. Mit verschiedenen Projekten über das ganze Jahr verteilt engagiert sich die Gesellschaft für Kinder und Jugendliche und möchte die Freude am Sport vermitteln. Dazu gehört am Samstagabend das Basketball-Spiel in der Dreirosenturnhalle, das Teddybärenturnier auf dem Messeplatz und der «Basketballclub Bären Kleinbasel.» «Jugendliche aus über 30 Nationen trainieren beim BC Bären Kleinbasel, der derzeit Leader der 1. Liga National ist, mit Ambitionen für den Sprung in die Nationalliga B», so die Bärengesellschaft. Einmal im Monat gibt es einen Brunch in der Turnhalle, an dem die Eltern den Sprösslingen beim Basketball zusehen können.

Auch des Schweizers Nationalsportart Nummer eins, das Jassen, kommt nicht zu kurz. Dazu richtete die Bärengesellschaft einen Stammtisch im «Didi offensiv» am Erasmusplatz ein, wo einmal im Monat gejasst wird.

Der Bär und sein Geburtstagskuchen. © barfi.ch

Typisch Baslerisch engagiert sich die Bärengesellschaft auch für die Fasnacht. mit dem Projekt «Fasnacht für alli», mit einer besseren Integration der Kinder ohne Bezug zu den «drey scheenschte dääg». In drei Schul-Lektionen, inklusive Besuch in einem Cliquenkeller, wird die Motivation für den Eintritt in eine Fasnachtsclique gefördert. 

Bei der Freizeithalle Dreirosen tanzte der Bär mit dem Yak von der Tibetergemeinschaft Basel. Bild zVg von © Basel_ig

Was vor zwanzig Jahren als Affront angesehen worden ist und noch heute manchmal Kopfschütteln verursacht, hat sich in ein ernstzunehmendes soziales Projekt gewandelt, das Kindern und Jugendlichen bei der Integration hilft. Ein Projekt, auf das vielleicht so manch andere Schweizer Stadt neidisch blickt?

Weitere Informationen auf der Website der «Gesellschaft zum Bären» 

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