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Deutscher Chemiekonzern BASF macht keinen Bogen um die Schweiz

Der starke Franken schreckt den deutschen Chemiekonzern BASF nicht von Investitionen in der Schweiz ab. "Die Leute sind sehr gut ausgebildet und die Lohnnebenkosten sind anteilsmässig geringer als in Deutschland", sagt BASF-Chef Kurt Bock. Auch die Arbeitszeit liege über dem deutschen Tarifniveau.

Vor Kurzem hat BASF die in Allschwil BL ansässige Firma Rolic gekauft, die Elektronik-Chemikalien für Displays herstellt. "Das ist eine pfiffige Firma mit 110 Mitarbeitern", sagt Bock im Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Dienstag.

Die 2009 durchgeführte Übernahme des Basler Spezialchemiekonzerns Ciba SC habe das Wachstum und den Ertrag, den sich BASF vorgestellt habe, weitgehend gebracht, blickte der BASF-Chef zudem zurück. Die Akquisition sei aber nicht einfach gewesen. Die Geschäfte seien schnell mit BASF zusammengefügt worden, der Personalabbau sei heftig gewesen. BASF hatte Ciba für 6,1 Milliarden Franken geschluckt.

Derzeit dreht sich in der Chemiebranche das Übernahmekarussel wieder. Die Schweizer Spezialchemiefirma Clariant will sich mit dem US-Konzern Huntsman zusammenschliessen. Ein US-Investor will das verhindern. Angesprochen auf Analysten, die BASF als passender Partner für Clariant sehen, sagte Bock: "Der Punkt ist, dass bei jeder Transaktion BASF als möglicher strategischer Investor gehandelt wird." Sein Eindruck sei, dass sich Clariant und Huntsman geeinigt hätten.