1955 war das Central das erste Kellerkino in der Stadt. Nun steht es leer. Bild: Traumkino
1955 war das Central das erste Kellerkino in der Stadt. Nun steht es leer. Bild: Traumkino
  • Andy Strässle
  • Aktualisiert am

Kino Central: Still und leise geschlossen oder still und leise gestorben

Eine optimistische Vermieterin in Cham, eine versteckte Lage zwischen Gerbergasse und Rümelinsplatz und fehlende Technik. Bis zur Auferstehung des Kino Central könnte es noch eine Weile gehen.

«Kino zu vermieten», steht in den Vitrinen der Rümelinspassage. Und das könnte eine Weile so bleiben. Auf Anfrage von barfi.ch, sagt Verena Fuchs von der Vermieterin Fluri Real Estates in Cham, dass seit der Schliessung zwar Anfragen für einzelne Veranstaltungen hereingekommen seien, aber: «Wir wollen lieber, dass es ein Betreiber ganz übernimmt.» Das Kino Central, das im Jahr 1955 als erstes Kellerkino in Basel öffnete, hatte am Ende noch durchschnittlich 26 Besucher pro Tag. 2006 renovierte Betreiberin Kitag das Central noch ein letztes Mal. Genutzt hat es nicht viel. Anfangs dieses Jahres war endgültig fertig. Welches der letzte Film gewesen war, der gespielt wurde, vermag auch Verena Fuchs nicht zu sagen. 

Kino oder Kleintheater erwünscht

Allerdings habe die Fluri Real Estates klare Vorstellungen, wer das ehemalige Kino übernehmen könne. Es könne ein Nachtclub oder ein Dancing sein. Aber etwas «mit Sex» komme nicht in Frage. Gemäss Ausschreibung kann man sich auch ein Kleintheater oder eine Galerie vorstellen. Kein Wunder, ausser der Leinwand und der Bestuhlung ist im ehemaligen Central keine Projektionstechnik mehr vorhanden. Saal und Vorraum umfassen 370 Quadratmeter, die für 7'500 Franken zu haben wären. Eventuell könne man da verhandeln, falls jemand bereit sei, ein langjähriges Mietverhältnis einzugehen, meint die Immobilienfachfrau. Ein paar Häuser weiter steht ein weiterer Kinostandort leer. Das Club-Kino am Marktplatz, ebenfalls im Keller, ist noch immer ungenutzt. Inzwischen soll im Singerhaus die nächste Wiederauferstehung als Singer und nicht mehr Café Singer beginnen. Hier soll ein kleiner, aber feiner Club entstehen, dessen Barkonzept überzeugender und geradliniger sein soll, als das vorherige «Café Singer».

Toplage! Toplage?

In Cham gibt sich Verena Fuchs optimistisch. Sie sagt, dass Central liege an einer Toplage. Ja, vielleicht! Wäre es nicht versteckt in dieser Passage. Und sie erklärt auch, dass es vielleicht mit «speziellen Filmen» gelingen könne, wieder Publikum anzulocken und erfolgreich ein Kino zu betreiben. Mit Studiofilmen hat es das Kino Club versucht und es ist unterdessen, wie gesagt, geschlossen. Dazu entstehen im Einkaufszentrum Stücki 18 neue Kinosäle. Auch die Clubszene erscheint etwas ausgereizt. So kämpfen die etablierten Clubs untereinander schon um Umsatz und Publikum. Während die Tanzwütigen in Zürich vielleicht noch manchmal in einer Schlange stehen, so kommt man in Basel auch am Wochenende ohne grosse Wartezeiten ganz gut überall rein.