(Bild: Keystone/Georgios Kefalas)
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Lymphgewebstumore: Rückfall braucht nicht immer aggressive Therapie

Bei einem Teil der von einem Lymphom geheilten Patienten tritt die Krankheit erneut auf. Forschende des Universitätsspitals Basel haben herausgefunden, dass es sich in einigen Fällen um eine unabhängige Neuerkrankung handelt. Das würde bei den Betroffenen eine weniger aggressive Therapie erfordern als bisher üblich.

Der häufigste Typ von Lymphgewebstumor ist das diffuse grosszellige B-Zell-Lymphom. Zwar kann die Mehrheit der Betroffenen mit einer kombinierten Chemo-Immunotherapie geheilt werden, bei rund einem von vier tritt jedoch erneut ein Lymphknotentumor auf. Da solche Zweittumore meist gefährlicher sind als der Primärtumor, werden sie üblicherweise mit einer aggressiveren Therapie behandelt.

Das wäre nicht immer nötig, wie Forschende um Alexandar Tzankov vom Universitätsspital Basel herausgefunden haben. Bei einem Teil dieser Rückfälle handelt es sich nämlich in Wirklichkeit um eine Neuerkrankung: Der zweite Tumor ist mit dem ersten auf genetischer Ebene nicht verwandt, teilte das Universitätsspital am Montag mit.

Zweiter Primärtumor

Zu diesem Schluss kamen die Forscher, indem sie DNA-Tests an tumorbefallenen Lymphgewebeproben von 20 Patientinnen und Patienten durchführten. Dabei verglichen sie das genetische Profil des zuerst aufgetretenen Tumors mit dem später erneut aufgetretenen Lymphom. Der Vergleich zeigte, dass bei drei der 20 Patienten der zweite Tumor tatsächlich ein neuer Primärtumor war.

Diesen Patienten könnte daher künftig eine unnötig starke und intensive Therapie erspart werden, was weniger Nebenwirkungen, ein geringeres Sterberisiko und einen kürzeren Spitalaufenthalt bedeuten würde.

Hinweise auf Rückfallrisiko

Ausserdem verglichen sie die Tumorproben der 20 Patienten, die Rückfälle erlitten hatten, mit 20, bei denen auch nach Jahren keine erneute Erkrankung auftrat. Dabei fanden die Forscher genetische Merkmale des Ersttumors, die mit dem Auftreten von Rückfällen zusammenhängen könnten.

"Für die Diagnostik haben unsere Erkenntnisse grosses Potenzial, wir müssen sie jedoch in klinischen Studien weiter überprüfen", sagte Tzankov gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Für ihre Studie identifizierten die Forschenden eine Auswahl von Genen, um das genetische Profil der diffusen grosszelligen B-Zell-Lymphome zu bestimmen. Diese Liste werde nun in die Diagnostik am Institut für Pathologie des Universitätsspitals überführt, so die Mitteilung.