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Monica Gschwind: «Die Freiwilligenarbeit ist der Motor unserer Sportförderung»

In 600 Baselbieter Sportvereinen engagieren sich gegen 10'000 Personen. 97 Prozent der Aufgaben werden ehrenamtlich erfüllt. Wie die grösste Herausforderung, geeignete Personen für ein freiwilliges Engagement im Sportverein zu finden, gemeistert werden kann, war eine der zentralen Fragen an der Tagung zur Freiwilligenarbeit im Sport am Samstag im Gymnasium Liestal.

Rund 80 Personen aus Vereinen, Verbänden und Sportinstitutionen bildeten den Rahmen der Tagung des Sportamtes Baselland zum Thema Freiwilligenarbeit im Sport. Mit dieser erstmaligen Durchführung im Bereich Freiwilligenarbeit würdigte das Sportamt einerseits die zahlreichen Ehrenamtlichen, welche in der Baselbieter Sportlandschaft stets ihren Beitrag leisten. Zugleich ging es aber auch darum, Lösungsansätze bei brennenden Fragen rund um die Freiwilligenarbeit, der Vereinsführung oder auch bei der Ausrichtung der jeweiligen Vereine zu finden.

Wie wichtig die 10’000 Ehrenamtlichen aus den 600 Sportvereinen im Kanton Baselland sind, legte zu Beginn der Tagung Regierungsrätin Monica Gschwind, Vorsteherin der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion in ihrer Rede dar. «Die Freiwilligenarbeit im Sport ist der Motor unserer Sportförderung und ist für das sportliche Baselbiet unverzichtbar», so Gschwind. Aus diesem Grund sei es richtig und gerade auch wichtig, dass die Freiwilligenarbeit für einmal im Mittelpunkt stehe.

Wie wichtig diese Arbeiten sind, zeigte auch der Faktencheck des Sportsoziologen Markus Lamprecht, heruntergebrochen auf das Beispiel des Kantons Baselland. Das Akquirieren von Ehrenamtlichen sei nach wie vor die grösste Sorge der Baselbieter Sportvereine, so Lamprecht. Dies geht aus der Datenerhebung einer Online-Befragung hervor, an der insgesamt 268 Baselbieter Sportvereine teilgenommen haben. Damit die Freiwilligenarbeit jedoch funktioniere, seien mitunter auch kostengünstige Sportanlagen essentiell. «Je nach Sportart, Vereinsgrösse oder Vereinsstruktur sind die Herausforderungen aber unterschiedlich gelagert», so Lamprecht. Die Studie habe jedoch gezeigt, dass Aussagen wie beispielsweise, es gebe immer weniger Vereine, in denen weniger Leute mitmachen, nicht auf die Sportlandschaft im Kanton Baselland zutreffen. Im Gegenteil: «Vor allem bei Kindern findet der Einstieg in den Sport früher statt als noch vor einigen Jahren», sagt Lamprecht.  Dies bringe jedoch auch die Schwierigkeit mit, die Mitglieder über mehrere Jahre im Verein halten zu können.

Den Gründen, welche Personen für ein ehrenamtliches Engagement motivieren, ist Sportwissenschaftler Siegfried Nagel nachgegangen. Die Einstellung «Freiwilliges Engagement gehört einfach dazu», habe bei seiner Befragung unter den 53 ausgewählten nationalen Sportvereinen dominiert. Dauerhafte Engagementsbereitschaft, so Nagel, werde mitunter durch die Unterstützung, Wertschätzung, Vereinsverbundenheit oder auch Aufgabengestaltung positiv beeinflusst.

In acht Workshops, wie beispielsweise «Social Media für Vereine», «Integration von jungen Menschen mit Migrationshintergrund», oder «Wie können neue Vorstandmitglieder gefunden werden?» hatten die Teilnehmenden an der Tagung die Möglichkeit, sich mit anderen Vereinsvertretern auszutauschen, Probleme zu diskutieren oder auch ihr Fachwissen für ihre Vereinsarbeit aufzubessern.

Thomas Beugger, Leiter Sportamt Baselland, stellte am Ende der Tagung erfreut fest, dass es sich gelohnt hat, diese Tagung durchzuführen. «In den Workshops haben die Teilnehmenden einige spannende Ansätze zur Lösung von Herausforderungen entwickelt. Diese Ideen werden wir nun prüfen und nach Möglichkeit weiterverfolgen, damit die Freiwilligenarbeit im sportlichen Baselbiet auch in Zukunft so gut funktioniert.»