Schwarzwaldbrücke ©barfi.ch
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Nach Autobahnkatastrophe bei Genua, wie sicher sind unsere Brücken?

Der fürchterliche Einsturz einer Autobahnbrücke der italienischen Hafenstadt Genua forderte bisher 42 Personen das Leben und eine grosse Zahl Verletzte. Neben dem Mitleid für die Betroffen stellt sich jetzt aber auch die Frage, wie sicher ist es eigentlich hier? Unwillkürlich kreisen die Gedanken um die Schwarzwaldbrücke.

  

Es geschah gestern kurz vor Mittag. Bei Genua brachen über 100 Meter der 1,2 km langen A 10-Brücke, Teil einer der Hauptverkehrsadern Italiens, in sich zusammen und rissen mindestens 42 Menschen in den Tod. Wie viele weitere Opfer sich noch unter den Trümmern befinden wissen die Behörden noch nicht verlässlich. 

Schweizer Autobahnen werden vom Bund und nicht von Privatfirmen betrieben

Nicht nur in Basel macht man sich jetzt Sorgen um die eigene Sicherheit. Thomas Rohrbach, Stellvertreter Information des Bundesamtes für Strassen ASTRA sagt gegenüber barfi.ch beruhigend: «Wir haben ein gutes Niveau bei unseren Autobahnbrücken». Im Gegensatz zu Italien ist in der Schweiz  der Bund und nicht ein privater Betreiber, wie in Italien, für den Unterhalt zuständig. Das ist ein wichtiger Unterschied. «Wir haben eine gesunde Finanzierung, alle Nationalstrassen werden vom ASTRA regelmässig überwacht, dies ist eine dauernde Aufgabe: Brücken werden regelmässig auf Schäden überprüft, alle fünf Jahre erfolgt bei jeder eine Hauptinspektion», so Thomas Rohrbach. Nach Unfällen werden die betroffenen Stellen ohnehin im Detail auf Schäden überprüft. «Nach dem grossen Lastwagenbrand auf der Schwarzwaldbrücke beispielsweise, war die Strasse einen halben Tag für den Verkehr gesperrt. Nicht zuletzt auch, um abzuklären, ob der Unfall Schäden hinterlassen hatte» so Rohrbach weiter.

Die Trümmer der Brücke: 42 Menschen starben beim Einsturz in Genua. ©keystone

 

 

Das ASTRA betont: «Wenn eine Autobahnbrücke gepflegt und korrekt unterhalten wird, ist sie für lange Zeit in gutem Zustand». Eine korrekt unterhaltene Autobahnbrücke könne zwischen 75 und 90 Jahre ihren Dienst erfüllen. Eine grosse Aufgabe für den Bund: «Wir sind ein Brückenland, ein Drittel der Strassen führen durch Tunnels und über Brücken». Nur der ständige Unterhalt garantiert Sicherheit. Die dadurch entstehenden Behinderungen im Verkehr führen nicht selten zu bösen Reaktionen. «Viele Autofahrer nerven sich über Umleitungen bei Sanierungen, es ist aber nötig, dass alle Strassen konstant erneuert werden. In Basel zum Beispiel gerade jetzt beim Schänzli». 

Wer mit seinem Fahrzeug auf ausländischen Autobahnen unterwegs ist, stört sich zwar an den dort erhobenen massiven Gebühren, freut sich aber über die wenigen Baustellen und die zeitlich kurzen Behinderungen. Private Unternehmer wissen im Gegensatz zum Staat wie wirtschaften, so der Tenor. Seit gestern sieht das wohl mancher Lenker etwas anders.

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