Die Gartenwirtschaft Resaturant «Gundeoldingerhalle», Ecke Froben- Dornacherstrase um 1910. Bilder: Nanni, Mario: Die Geschichte der Basler Gastronomie. 2005 Basel.
Die Gartenwirtschaft Resaturant «Gundeoldingerhalle», Ecke Froben- Dornacherstrase um 1910. Bilder: Nanni, Mario: Die Geschichte der Basler Gastronomie. 2005 Basel.
  • Christine Staehelin

Rarität Gartenbeiz: In der Innenstadt gibt es nur wenig Bier unter Bäumen

Klassische Basler Gartenbeizen findet man eher in den Quartieren, ausserhalb der ehemaligen Stadtmauern oder gleich auf dem Land. Die Basler Bevölkerung ging schon früher gerne in Restaurants, die ausserhalb der Mauern lagen.

   

Es ist heiss und schwül in der Stadt. Ein Ausflug ins Grüne ist an Sommertagen eine willkommene Abwechslung, schon seit 180 Jahren. Doch leider gibt es in der Altstadt nur wenige Gartenwirtschaften, die mit schattenspendenden Bäumen zum Verweilen einladen. Das war nicht immer so. Bis ins Jahr 1938 herrschte ein «Verbot des Wirtens vor den Stadttoren», das eine Beiz im Aussenquartier verunmöglichte. Als dieses Gesetz fiel, wurde zudem erlaubt, alle Sorten Weine, Bier, sowie Kaffee auszuschenken. Seither fahren die Basler im Sommer gerne in ein Restaurant in Stadtnähe, um der schwülen Stadtluft zu entkommen. 

Das Sommercasino im Jahr 1902. 

Erfolgreiche Gartenwirtschaft 

Lange Zeit waren nur dem Sommercasino und dem Schützenhaus erlaubt, ausserhalb der Stadtmauern zu wirten. Sie zogen die Städter mit angenehm kühlen Lauben, Bier und Wein zu sich. Doch das erfolgreiche Konzept der Gartenwirtschaft wurde rasch kopiert. Bereits 1844 gab es innerhalb der Stadtmauern 143 Gartenbeizen, davon 105 im Gross- und 38 im Kleinbasel. Dazu gehören beispielsweise die Kunsthalle, die noch heute besteht, und diejenige des Restaurants «Gundoldingerhalle» an der Ecke Froben-, Dornacherstrasse, aus der später ein Bürogebäude wurde. 

Garten des Restaurants Kunsthalle um 1905.

Neue Quartiere, neue Restaurants 

Im 19. Jahrhundert erlebte Basel einen Wachstumsschub. Aus den innenstädtischen Gartenwirtschaften wurden Restaurants mit Terrassen oder Boulevard-Bestuhlung. Einen Gartenbeizen-Boom gab es mit dem Fall der Basler Stadtmauer 1860. Es ging nicht lange, und die neu entstandenen Quartiere erhielten ihre Restaurants und Wirtschaften. Da der Platzmangel in jenen Gebieten noch nicht so gross war wie in der Stadt, luden sie meist mit einem Garten zum Verweilen ein. Diese Restaurants waren grösser und luftiger als die alten Beizen in der Altstadt. Die Vorzüge sprachen sich rasch herum, und so wurden diese damals neuen Beizen schnell zu beliebten Zielen der Städter.