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  • Désiré Heimlicher
  • Aktualisiert am

Sudoku: das beliebte Zahlenrätsel hat seine Wurzeln in Basel

Seit kurzem lässt barfi.ch die Köpfe seiner Leserinnen und Leser tüchtig rauchen. Mit Sudoku. So spannend wie die beliebten Rätsel selber ist auch die Geschichte dahinter. Was die meisten nicht wissen: Basel spielt bei der Entstehung eine gewichtige Rolle.

Aufgrund der Bezeichnung «Sudoku» halten viele die knifflige Zahlenknobelei für eine japanische Erfindung. Das ist aber falsch. Das Land der aufgehenden Sonne hat lediglich den heute gebräuchlichen Namen beigetragen. Ersonnen hat das Spiel in seiner heutigen Form der Amerikaner Howard Garns. Im Jahre 1979 veröffentlichte der damals 74-jährige Architekt und freischaffende Rätselentwickler seine Kreation unter der Bezeichnung «Number Place» anonym in der Zeitschrift «Dell Pencil Puzzles & Word Games».

Siegeszug in Japan

Den grossen Durchbruch erlebte das Zahlenrätsel aber in Japan. Zwischen 1984 und 1986 druckte die Zeitschrift «Nikoli» unter dem sehr holprigen Titel «Sūji wa dokushin ni kagiru» (Isolieren Sie die Zahlen; die Zahlen dürfen nur einmal vorkommen.) die Denksportaufgaben regelmässig ab. Herausgeber Maki Kaji kürzte 1986 den Namen unter Beibehaltung der jeweils ersten Buchstaben und liess die daraus resultierende Bezeichnung «Sudoku» als Marke registrieren.

Der Urahn des Sudoku kommt aus Basel

Verfolgt man die Geschichte des Sudoku, landet man unweigerlich in Basel. Genauer bei Leonhard Euler, einem der bis heute bedeutendsten Mathematiker und Physiker. Der 1707 in Basel geborene Euler befasste sich intensiv mit den Lateinischen Quadraten, einem Schema mit Reihen und Spalten, in denen jedes Feld mit nur einem von verschiedenen Symbolen oder Farben belegt ist. Jedes Symbol oder jede Farbe erscheint in jeder Zeile und in jeder Spalte jeweils nur einmal. Euler ersetzte für seine Studien die Symbole mit Buchstaben des lateinischen Alphabetes. Darum wird dieses Schema Lateinische Quadrate oder auch Eulersche Quadrate genannt.

Leonhard Euler, Basler Mathematiker und Physiker, 1707 - 1783. Bild © Wikimedia Commons

In Frankreich ein Flop

Ein weiterer Vorläufer des heutigen Sudoku wurde von 1892 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges in den französischen Zeitungen «Le Siècle» sowie «La France» unter der Bezeichnung «Carré magique diabolique» publiziert. Allerdings war der Erfolg dieser Rätsel eher bescheiden und die Lebensdauer folglich absehbar. Erst mit dem durch Euler inspirierten Howard Garns und dem japanischen Namen wurde Sudoku zu einem weltweit populären Zeitvertreib.

Hier geht es zu unserem Sudoku.

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