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Trinationale S-Bahn-Pläne für Flughafen Basel-Mülhausen stehen

Der Flughafen Basel-Mülhausen soll dereinst im Zehnminutentakt mit dem Basler Bahnhof SBB verbunden werden. Dazu haben die Kantone Basel-Stadt, Baselland und Solothurn eine Absichtserklärung mit der französischen Région Grand-Est unterzeichnet.

Die französischen und Schweizer Partner hätten entschieden, das S-Bahn-Angebot zum EuroAirport gemeinsam zu bestellen, teilten sie am Montag über ihre Dreiländer-Planungsplattform "trireno" mit. So soll die S2 durchgehend von Liestal bis Mülhausen fahren, die S4 von Laufen BL bis zum Flughafen und der TER 200 von Basel bis Strassburg.

Der Zehnminutentakt ergibt sich aus der Überlagerung dieser drei Linien zwischen Flughafen und Basel SBB. Die Partner verweisen auf das S-Bahn-Konzept "Horizont 2030" der deutschen, französischen und Schweizer Besteller von 2014: Neben Durchmesserlinien gehören das Basler Herzstück und die Elektrifizierung der Hochrheinstrecke dazu.

Neubaustrecke

Zum Flughafen rollen sollen die neuen S-Bahn-Verbindungen auf neuen Schienen: Zwischen den Elsässer Bahnhöfen Saint-Louis und Bartenheim ist eine Neubaustrecke geplant mit einem neuen Bahnhof EuroAirport. Besser als die bisher reine Buserschliessung des Flughafens sei dies wegen Kapazitätsengpässen, kürzerer Fahrzeit und Fahrplanstabilität.

Der Flughafen und die französische Schienennetzgesellschaft SNCF Réseau arbeiten seit 2016 an einem Vorprojekt, wie es weiter hiess. Einen Kostenbeitrag an diese Strecke hatte der Bundesrat im September im Bahn-Vorschlag zu Fabi/Step 2030/35 vorgesehen - das Basler Herzstück samt Flughafen-Ast hatte er da nicht aufgenommen.

Diesen Beitrag mochte das Bundesamt für Verkehr (BAV) am Montag aus verhandlungstaktischen Gründen noch nicht beziffern. Der Bundesrat hatte insgesamt 100 Millionen Franken für drei grenzüberschreitende Bahnprojekte in der Region Basel (Flughafenanschluss, Verbesserungen Lörrach D, Hochrhein-Elektrifizierung) in Aussicht gestellt.

Herzstück-los

Das BAV geht gemäss einer Sprecherin von einer Realisierung der Neubaustrecke realistischerweise zwischen 2025 und 2035 aus. Das Schweizer Parlament solle die Vorlage zur Beteiligung 2019 erhalten und bis 2020 darüber entscheiden. Auch aus Paris steht das grüne Licht noch aus.

Nach der positiven Aufnahme einer Vorstudie arbeiten die Planer derzeit am konkreteren Vorprojekt, das unter anderem die genaue Platzierung der Weichen klären soll, wie ein trireno-Sprecher erklärte. Die ursprünglich anvisierte Inbetriebnahme der neuen Strecke 2020 sei inzwischen kaum mehr zu realisieren.

Das erweiterte S-Bahn-Angebot soll mit der Fertigstellung dieser rein französischen Neubaustrecke eingeführt werden - "sicher vor 2030", hofft der trirena-Sprecher. Es sei zwar unabhängig von einer Realisierung des Basler Herzstücks, doch die beiden Projekte würden kompatibel geplant, mit entsprechende Entflechtungsbauwerken.

Das Herzstück wird ausschliesslich auf Schweizer Boden geplant. Sein angedachter Flughafen-Ast mit einem Preisschild von geschätzten 400 Millionen soll beim Basler Bahnhof St. Johann aus dem Boden auftauchen und in die bestehende Bahnstrecke nach Saint-Louis (F) münden. Je kürzer der Tunnel wird, desto weniger teuer das Projekt.

Der Flughafen-Bahnanschluss soll neben Passagieren auch den rund 6000 Angestellten am EuroAirport bessere Verbindungen bringen. Die Durchbindung der S-Bahn-Linien via Flughafen soll überdies den Bahnknotenpunkt Basel SBB von Umsteigenden entlasten.