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Universitätsspital Basel: Bündelung des Wissens im Kampf gegen Krebs

Das Tumorzentrum des Universitätsspitals Basel erweitert seine Strategien zur Behandlung von Krebsleiden um vollkommen neue Ansätze.

Mit der Gründung der beiden Kompetenznetzwerke für Molekulare Tumortherapie und für Immuntherapie sollen sowohl die exakte Analyse eines Tumors als auch die Therapieoptionen deutlich verbessert werden.

Die Krebsforschung ist derzeit von einer grossen Dynamik geprägt. Dank aktueller Fortschritte sind die Chancen, Tumore erfolgreich zu behandeln, enorm gestiegen. Insbesondere können molekulare Therapien und neuartige Immuntherapien die Prognose vieler Krebserkrankungen deutlich verbessern und das Überleben der betroffenen Patienten verlängern. Dieser Entwicklung trägt das Tumorzentrum des Universitätsspitals Basel (USB) Rechnung und intensiviert seine Anstrengungen in der Krebsforschung und der Tumortherapie.

Die Gründung von zwei neuen Kompetenznetzwerken wird dazu beitragen, das spezifische Wissen über Tumore zu bündeln und somit für geeignete Therapieentscheide zu nutzen. Mit den neuen Kompetenznetzwerken für Molekulare Tumortherapie und für Immuntherapie geht das USB neue Wege in der Onkologie. Erstmals gibt es in der Schweiz eine Tumorkonferenz für molekulare Tumortherapie und Immuntherapie. Dort besprechen Experten verschiedener Disziplinen sowohl molekulare wie auch immunologische Therapieoptionen für Krebspatienten. Beide Netzwerke streben ausserdem einen Ausbau der klinischen Forschung sowie der Zusammenarbeit mit der Universität Basel und der pharmazeutischen Industrie an.

Kompetenznetzwerk für Molekulare Tumortherapie

Ein besseres molekularbiologisches Verständnis und neue diagnostische Möglichkeiten zur umfassenden Analyse individueller genetischer Veränderungen in Tumoren ermöglichen eine individualisierte und bessere Behandlung von vielen Krebserkrankungen. In den regelmässigen Tumorkonferenzen werden einerseits jene Fälle besprochen, bei denen die Erbgutanalyse kein eindeutiges Resultat beziehungsweise keinen klaren Therapieentscheid nach sich zieht. Anderseits geht es darum, für Patienten mit seltenen Tumoren, für die es noch keine Standardtherapien gibt, die bestmögliche individualisierte Behandlung zu finden oder den Patienten die Teilnahme an einer klinischen Studie mit einer neuen Therapie anzubieten. Das Netzwerk erarbeitet auch Möglichkeiten, die grossen Datenmengen für zukünftige Forschungsprojekte zu sammeln und nutzbar zu machen.

Kompetenznetzwerk für Immuntherapie

Die neuartigen Immuntherapien, welche dazu führen, dass das körpereigene Immunsystem gegen den Krebs mobilisiert wird, haben die Tumortherapie in den vergangenen Jahren revolutioniert. Sie gehören beim Melanom und beim Lungenkrebs bereits zum Standard und sind auch bei etlichen anderen Tumorarten wirksam. Die Tumorkonferenz bietet dabei eine interdisziplinäre Plattform, um eine möglichst hohe klinisch-immunologische Kompetenz in der Behandlung und im Umgang mit möglichen Nebenwirkungen zu erreichen.

Mit den beiden neuen Kompetenznetzwerken deckt das USB ein breites Forschungsspektrum der Onkologie ab. Weil sich die Therapiestandards in der Tumortherapie laufend ändern, ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kompetenznetzwerk nötig, um den Patienten innovative und individualisierte Therapien anbieten zu können.