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Athen und Skopje suchen Wege den Namensstreit beizulegen

Die Regierungen Griechenlands und Mazedoniens sondieren Möglichkeiten für die Beilegung des seit fast drei Jahrzehnten schwelenden Streits um den Namen der früheren jugoslawischen Republik Mazedonien. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Mittwoch aus Kreisen der Regierung in Athen.

Griechenland will, dass Mazedonien seinen Namen ändert. Grund: Der nördliche Teil Griechenlands trägt auch den Namen Mazedonien.

Am Vorabend hatten die Ministerpräsidenten der Staaten, Alexis Tsipras und Zoran Zaev, telefonisch gesprochen, teilte Tsipas Büro mit. Zaev hatte zudem am 30. Dezember die griechische Hafenstadt Thessaloniki besucht und sich mit dem Bürgermeister privat getroffen.

Aus gut informierten diplomatischen Kreisen in Athen hiess es am Mittwoch, in den Streit komme "langsam" neue Dynamik. Eine Lösung "von heute auf morgen" sollte jedoch niemand erwarten.

Der Namensstreit zwischen Athen und Skopje dauert seit 1991 an. Athen blockiert daher seit 2005 den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen ebenso wie die Nato-Mitgliedschaft.

Die USA dringen auf eine Lösung und einen baldigen Beitritt Mazedoniens in die Nato, um Russlands Einflussmöglichkeiten in Mazedonien einen Riegel vorzuschieben, hiess es aus diplomatischen Kreisen in Athen weiter. Als Lösung stelle man sich nun vor, dass sich Mazedoniens umbenennt, in Ober-, Neu- oder Nordmazedonien. Im Juni soll die Nato erneut über den Beitritt Mazedoniens beraten.