• mm / Keystone
  • Aktualisiert am

Bundesrat verstärkt den Kampf gegen Manipulation bei Sportwetten

Der Bundesrat will die internationale Zusammenarbeit gegen Manipulationen im Zusammenhang mit Sportwetten verstärken. Die Schweiz soll deshalb das Übereinkommen des Europarats gegen die Manipulation von Sportwettbewerben (Magglinger Konvention) ratifizieren. Die entsprechende Botschaft zuhanden des Parlaments hat der Bundesrat in seiner Sitzung vom 31. Januar 2018 verabschiedet.

Korruption und Wettkampfmanipulation haben sich zu einer grossen Gefahr für den Sport entwickelt. Meistens erfolgen solche Absprachen in der Absicht, unrechtmässig Wettgewinne zu erzielen. Aufgrund des weltweit rasanten Wachstums legaler und illegaler Sportwetten kann der Sport diese Problematik nicht allein bewältigen und ist auf die Hilfe staatlicher Institutionen angewiesen. Der Europarat hat deshalb eine rechtsverbindliche Konvention ausgearbeitet, die am 18. September 2014 an der 13. Sportministerkonferenz des Europarats in Magglingen zur Unterzeichnung aufgelegt worden ist. Sie tritt in Kraft, sobald sie von fünf Staaten ratifiziert worden ist. Bis heute wurde die Konvention von Norwegen, Portugal und der Ukraine ratifiziert. Insgesamt 29 weitere Staaten haben sie unterzeichnet.

Strafnormen und gegenseitige Rechtshilfe

Die Magglinger Konvention verpflichtet die Staaten unter anderem zur Schaffung wirksamer Strafnormen sowie zur verstärkten Zusammenarbeit und gegenseitigen Rechtshilfe im Kampf gegen Wettkampfmanipulation. Sie gibt ausserdem Empfehlungen ab zum Umgang mit Anbietern von Sportwetten und zu Massnahmen, die von Sportorganisationen zu treffen sind.

Die Schweiz hat die Konvention bereits unterzeichnet. Nun legt der Bundesrat in seiner Botschaft zuhanden des Parlaments dar, wie das Übereinkommen ratifiziert und in der Schweiz umgesetzt werden kann.

Umsetzung im Rahmen des Geldspielgesetzes

Die erforderlichen Gesetzesbestimmungen sind bereits im Zusammenhang mit dem neuen Geldspielgesetz erlassen worden, welches das Parlament am 29. September 2017 verabschiedet hat. In diesem Zusammenhang wurde eine Strafbestimmung geschaffen, die Absprachen über den Verlauf von Sportwettkämpfen unter Strafe stellt, sofern auf diese Sportwettkämpfe Sportwetten abgeschlossen werden können. Weil gegen das Geldspielgesetz das Referendum ergriffen worden ist, steht die spätere Ratifizierung des Übereinkommens unter dem Vorbehalt des Ausgangs der Referendumsabstimmung. Der Bundesrat hat die Botschaft dennoch bereits verabschiedet, damit im Fall einer Annahme des Geldspielgesetzes die Magglinger Konvention ohne Zeitverlust ratifiziert werden kann. Die Botschaft zur Konvention geht nun ans Parlament.