Foto: Keystone
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Die letzten Holocaust-Überlebenden in der Schweiz

Im Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich ist seit Dienstag die Ausstellung "The Last Swiss Holocaust Survivors" zu sehen. Bis am 3. Juni rücken Bilder und Videos die Lebensgeschichten der letzten Holocaust-Überlebenden in der Schweiz ins Zentrum.

Lebende Zeitzeugen, welche die Schrecken des Holocaust vor 70 Jahren selber erfahren haben, gibt es nur noch wenige. Ein Teil von ihnen konnte sich durch Verstecken oder Flucht retten, einige überlebten Konzentrationslager und kamen nach dem Krieg in die Schweiz.

Heute gehörten sie weltweit zu den letzten Holocaust-Überlebenden, heisst es in einer Mitteilung der Veranstalter. Diese betagten Menschen legten in der Ausstellung noch einmal Zeugnis ab. Im Vordergrund stünden Portraits und Erzählungen, welche "die Geschichte des Holocaust individualisieren und für künftige Generationen konservieren".

Bewusstsein für Geschichte schärfen

Die grossformatigen Bilder stammen vom Fotografen Beat Mumenthaler, die filmischen Kurzportraits hat der Zürcher Regisseur Eric Bergkraut realisiert. Konzipiert wurde die Ausstellung von der Gamaraal Foundation, die sich für bedürftige Holocaust-Überlebende engagiert. Das Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich hat die Ausstellung wissenschaftlich begleitet.

Archivleiter Gregor Spuhler ist überzeugt, dass die Ausstellung innerhalb der Holocaust Education in der Schweiz eine wichtige Rolle spielen wird. Die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland seien zwar vor mehr als 70 Jahren geschehen. Völkermord, ethnische Säuberung, Rassismus, Antisemitismus und Ausländerfeindlichkeit gebe es jedoch auch in der Gegenwart.

Die Ausstellung "The Last Swiss Holocaust Survivors" rufe ins Bewusstsein, welche Gefahren drohen, wenn die Nationalismus, Ausländerfeindlichkeit und Diskriminierung religiöser Minderheiten mit einer Infragestellung von grundlegenden Prinzipien des demokratischen Rechtsstaates verbinden.

Die Ausstellung wurde von verschiedenen Stiftungen, Kantonen, Bundesämtern und der Stadt Zürich unterstützt. Nach der Präsentation im Archiv für Zeitgeschichte der ETH Zürich wird sie in weiteren Städten zu sehen sein.