Foto: g20.org
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G20-Minister wollen Kampf gegen ausbeuterische Arbeit verstärken

Manches T-Shirt in europäischen Geschäften ist erstaunlich preiswert. Möglich ist das oft nur wegen der Ausbeutung von Textilarbeitern in Entwicklungsländern. Die G20-Arbeitsminister wollen helfen - mit mehr Geld. Dennoch gibt es Kritik.

Die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) wollen verstärkt gegen tödliche Arbeitsrisiken in Entwicklungsländern vorgehen.

Der weltweite Fonds für den Kampf gegen ausbeuterische Arbeitsbedingungen werde weiter aufgestockt, sagte die deutsche Ressortchefin Andrea Nahles am Freitag zum Abschluss des zweitägigen G20-Arbeitsministertreffens in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Neben den von Deutschland gerade neu zugesagten zwei Millionen Euro wolle das Nicht-G20-Land Norwegen rund 320'000 Euro einzahlen. Weitere drei bis vier Länder hätten ebenfalls Geld zugesagt. Bisher verfügte der sogenannte Vision Zero Fonds über 7,5 Millionen Euro.

Laut Nahles sterben jedes Jahr weltweit 2,3 Millionen Menschen bei Arbeitsunfällen. 170 Millionen Mädchen und Knaben seien von Kinderarbeit betroffen. 20 Millionen Menschen müssten als Zwangsarbeiter schuften.

Die G20-Arbeitsminister bekannten sich zu guten Arbeitsbedingungen und fairen Löhnen in globalen Lieferketten. Sie betonten die gemeinsame Verantwortung von Unternehmen und Regierungen.

Die G20-Arbeitsminister sprachen zudem über Arbeit im digitalen Zeitalter, Erwerbstätigkeit von Frauen sowie die Integration von Migranten und Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt.