In den letzten Jahren sind in Darfur mehrere Mitarbeiter von Hilfsorganisationen entführt worden. (Symbolbild)
In den letzten Jahren sind in Darfur mehrere Mitarbeiter von Hilfsorganisationen entführt worden. (Symbolbild)
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Im Sudan entführte Schweizer Hilfswerkmitarbeiterin wieder frei

Eine im Sudan im Oktober entführte Schweizerin ist wieder frei. Sudanesische Sicherheitskräfte hätten die Hilfswerkmitarbeiterin am frühen Mittwochmorgen befreit, teilte der Vizegouverneur von Nord-Darfur, Mohamed Barima, der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Barima sagte, die Frau sei bei guter Gesundheit, sie befinde sich in einem Hauptquartier der Sicherheitskräfte in der Stadt Kutum im Süden von Nord-Darfur. Eine Regierungssprecherin sagte, die Schweizerin sei in einer ländlichen Gegend ausserhalb von Kutum festgehalten gewesen. Weitere Einzelheiten wurden nicht bekannt gegeben.

Die sudanesischen Behörden hatten zuvor erklärt, sie glaubten, die Schweizerin sei von einer kriminellen Bande in der Nähe ihrer Wohnung nahe der Stadt Al-Fashir im Norden Darfurs entführt worden.

Erleichterung beim EDA

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilte am Mittwoch mit, der Gesundheitszustand der befreiten Schweizerin sei "den Umständen entsprechend gut".

Das EDA sei erleichtert und danke den sudanesischen Behörden für ihr grosses Engagement. Der Schweizerin und ihren Angehörigen wünschte das EDA "viel Kraft bei der Rückkehr zur Normalität und bei der Verarbeitung der belastenden Erfahrungen der vergangenen Wochen".

Unmittelbar nach Bekanntwerden der Entführung im Oktober war eine interdepartementale Task Force unter der Leitung des Krisenmanagement-Zentrums (KMZ) des EDA gebildet worden. Ihr gehörten Vertreter des EDA, des Bundesamtes für Polizei (fedpol), des Nachrichtendienstes (NDB) und der Kantonspolizei Zürich an.

Seit vielen Jahren im Sudan

Laut Berichten in sozialen Medien arbeitet die Frau für eine Schweizer Nichtregierungsorganisation, die sich um Kinder in Darfur kümmert. Die UNO-Koordinatorin für humanitäre Angelegenheiten, Marta Ruedas, hatte gesagt, die Schweizerin lebe seit vielen Jahren im Sudan. Sie arbeite nicht direkt für die UNO, aber bei vielen Gelegenheiten mit ihr zusammen.

Die Entführung der Schweizerin geschah in der westsudanesischen Bürgerkriegsregion Darfur. Dort tobt ein Konflikt zwischen der sudanesischen Armee, mit ihr verbündeten Milizen und Rebellen.

Dabei wurden nach UNO-Angaben seit 2003 schon mehr als 300'000 Menschen getötet. Mehr als 2,5 Millionen Menschen flohen vor den Kämpfen, die die Regierung in Khartum wiederholt für beendet erklärt hat.