Bild: Keystone
Bild: Keystone
  • sda / barfi / keystone
  • Aktualisiert am

Messerangriff im Mailänder Hauptbahnhof

Ein Polizist und zwei Soldaten sind im Mailänder Hauptbahnhof von einem jungen Mann mit einem Messer angegriffen und verletzt worden. Der 20-Jährige habe bei einer Routinekontrolle unvermittelt das Messer gezückt und die Beamten attackiert, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa.

Die Polizisten hatten den Mann am Donnerstagabend zuvor nach seinem Ausweis gefragt. Die Ermittler vermuten, dass es sich nicht um eine spontane Aggression handelte, schlossen Terrorismus als Tatmotiv aber aus, wie Ansa unter Berufung auf die Polizei in Mailand weiter meldete.

Die bisherigen Erkenntnisse deuten demnach vielmehr daraufhin, dass sich die Gewalt gegen die Kontrollen richtete. Der Mann sei den Ordnungskräften bereits wegen Drogendelikten - auch am Hauptbahnhof - bekannt gewesen.

Der Angreifer wurde nach der Attacke festgenommen. Der Polizist und die Soldaten kamen mit Schnittverletzungen ins Spital, ihr Zustand sei "nicht besorgniserregend". Einer von ihnen sei bereits wieder entlassen worden.

Update: Nach einem Messerangriff auf drei Sicherheitskräfte am Mailänder Hauptbahnhof wird gegen den Täter wegen internationalen Terrorismus ermittelt. Sein Facebook-Profil und seine Verbindungen würden untersucht.

Dies berichteten italienische Nachrichtenagenturen am Freitag unter Berufung auf die Behörden. Medien berichteten, es werde geprüft, ob der Mann auf Facebook die Terrormiliz IS gelobt habe. Unklar war jedoch, ob das Profil wirklich von dem Verdächtigen ist.

Der Mann, geboren in Italien und mit einem tunesischen Vater, hatte am Donnerstagabend zwei Messer bei sich und einen Polizisten und zwei Soldaten attackiert, als diese ihn bei einer Routinekontrolle angehalten hatten. Ein Video der Polizei zeigte, wie die Sicherheitskräfte den Mann niederringen konnten.

Der Angreifer wurde nach der Attacke festgenommen. Der Polizist und die Soldaten kamen mit Schnittverletzungen ins Spital. Sie wurden nicht lebensgefährlich verletzt. Ein Mann wurde wieder entlassen. Der Verdächtige hat nach Angaben der Ermittler wie ein Nomade in einem Auto gelebt.

In der Nähe von Mailand war der Berliner Attentäter Anis Amri im Dezember vergangenen Jahres erschossen worden. Ermittlungen hatten ergeben, dass Amri in Italien kein radikales Netzwerk hatte. Immer wieder weist Italien jedoch mutmassliche Extremisten aus, die auch Kontakt zu Amri hatten.