In Griechenland sind bei einem Unwetter mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.
In Griechenland sind bei einem Unwetter mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen.
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Mindestens 15 Tote bei Überschwemmungen in Griechenland

Schwere Regenfälle haben am Mittwoch in Griechenland den vierten Tag in Folge erhebliche Schäden angerichtet und mindestens 15 Menschenleben gefordert. Weitere 17 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt.

Unklar war am frühen Mittwochabend, wie viele Menschen noch vermisst werden, teilte der Rettungsdienst mit. Betroffen ist vor allem die Küste im Westen Athens. "Es ist eine Katastrophe, eine Tragödie", sagte der griechische Innenminister Panos Skourletis im Staatsfernsehen ERT.

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras ordnete eine Staatstrauer an. Dies sei ein "schwieriger Moment" für sein Land. "Wir werden den Geschädigten beistehen mit allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen", sagte er in einer Fernsehansprache am Abend, die das griechische Fernsehen ausstrahlte. Die Nationaltrauer wird drei Tage - Donnerstag bis Samstag - dauern, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa.

Die Bürgermeisterin von Mandra, Ioanna Kriekouki, sprach im Fernsehsender TV ERT von einem "Desaster biblischen Ausmasses". Menschen seien von den Wassermassen eingeschlossen. Zu ihrer Rettung sei schweres Gerät nötig.

Ausser Mandra waren von den Überschwemmungen die Städte Nea Peramos und Megara betroffen. Fernsehbilder zeigten Tanklastwagen und Busse in der Region, die im Schlamm versanken. Rund ein Dutzend Passagiere wurden aus einem Fernbus gerettet.

Autobahn gesperrt

Die Autobahn zwischen Athen und der Hafenstadt Korinth musste am Mittwoch an zwei Stellen vorübergehend gesperrt werden. Die Feuerwehr rückte mehr als 600 Mal aus, um Menschen zu helfen und Geröll zu beseitigen.

Die Ferienregion und der Hafen von Nea Peramos waren ein einziges Trümmerfeld. Strandtavernen und Häuser standen unter Wasser. Bäche hatten sich nach mehreren Stunden starken Regenfalls in reissende Ströme verwandelt. Viele Landstrassen wurden zerstört. Geröll, Autos, Kühlschränke, Küchenherde, Möbel, Äste, Baumstämme und Müll versperrten zahlreiche Strassen.

"Ich habe nur meine Kinder gerettet. Alles andere, das ganze Haus, habe ich verloren", sagte eine Anwohnerin der Region im Fernsehen. Rettungsmannschaften holten am Mittwoch mit Seilen Menschen aus ihren überschwemmten Häusern und aus ihren in den Wassermassen steckengebliebenen Bussen und Autos.

Das griechische Wetteramt warnte vor neuen schweren Regenfällen in den kommenden Tagen. Der Grund: Im zentralen Mittelmeer hat sich ein riesiges Tief festgesetzt. Bei ungewöhnlich milden Temperaturen um die 23 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit bewegt es sich nur langsam und verursacht schwere Regenfälle sowie starke Winde in der Region.

Am vorigen Wochenende war ein Tourist auf der Ferieninsel Korfu im Nordwesten Griechenlands nach schweren Regenfällen in seinem Wagen ertrunken. Starke Regenfälle hatten am Dienstag weite Teile der kleinen Insel Symi im Südosten der Ägäis verwüstet.