In Raron hat die Sanierung des mit Quecksilber verschmutzten Fussballfelds Moos begonnen.
In Raron hat die Sanierung des mit Quecksilber verschmutzten Fussballfelds Moos begonnen.
  • sda / barfi / keystone
  • Aktualisiert am

Quecksilber-belastetes Fussballfeld in Raron wird saniert

Nach dem erfolgreichen Abschluss einer ersten Pilotsanierung eines mit Quecksilber verschmutzten Geländes in Visp VS wird eine zweite Parzelle in Raron VS saniert. Es handelt sich um ein Fussballfeld.

In Raron wird nicht das gesamte Fussballfeld Moos saniert, sondern nur die gesetzlich als sanierungsbedürftig eingeschätzten Teilflächen von 4100 Quadratmetern, wie das Chemieunternehmen Lonza am Mittwoch mitteilte.

Die Parzelle wird damit nicht vollständig gereinigt und bleibt im Kataster der belasteten Standorte eingetragen. Die Burgergemeinde Raron als Grundeigentümerin habe entschieden, nicht über die gesetzlichen Sanierungswerte hinaus zu dekontaminieren, hielt die Lonza fest.

Die vier Teilflächen des Fussballfelds weisen bis zu 35 Milligramm Quecksilber pro Kilogramm Erde auf, lokal muss mehr als ein Meter Erde ausgehoben werden. Die kontaminierte Erde wird danach abtransportiert und fachgerecht entsorgt.

Die Lonza bezahlt wie bei der ersten Pilotsanierung in Visp ohne Präjudiz die Kosten. Für das Fussballfeld Moos wird mit rund 800'000 Franken gerechnet. Die Bauarbeiter arbeiten vorsorglich mit einem Atemschutz.

92 Parzellen müssen saniert werden

Im Raum Visp und Raron sind insgesamt 92 Parzellen sanierungsbedürftig, weil die Quecksilberverschmutzung über 2 mg Quecksilber pro Kilogramm liegt. Weitere 100 Parzellen sind leicht verschmutzt mit Werten zwischen 0,5 mg und 2 mg Quecksilber pro Kilogramm.

Weil diese unter dem gesetzlichen Sanierungswert von 2 mg Quecksilber pro Kilogramm Erde liegen, besteht keine Sanierungspflicht. Eine Interessengruppe der betroffenen Hausbesitzer fordert, dass diese Parzellen aus dem Altlasten-Kataster gestrichen werden.

Das Quecksilber stammt von der Lonza, die zwischen 1930 und 1970 den Grossgrundkanal mit industriellen Abwässern belastet hatte. Die Verschmutzung wurde Mitte 2010 bei Vorarbeiten für den Bau der Autobahn A9 entdeckt. Eine Studie der Universität Zürich kam zum Schluss, dass die Quecksilberbelastung die Gesundheit der Bevölkerung nicht messbar gefährdet hat.