IOC-Präsident Thomas Bach bei der Bekanntgabe des Entscheides im "Fall Russland"
IOC-Präsident Thomas Bach bei der Bekanntgabe des Entscheides im "Fall Russland"
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Das Presse-Echo auf Russlands Ausschluss

Die IOC habe im "Fall Russland" ein Zeichen gegen Doping-Betrug gesetzt. So lautet der Tenor der internationalen Presse über den IOC-Entscheid.

"Blick": "Thomas Bach sei der schwächste Präsident, den das Internationale Olympische Komitee je hatte. So lästerten Kritiker vor Olympia 2016, als der Deutsche die russischen Sportler nicht kollektiv von den Spielen in Rio ausschloss und den Entscheid feige an die Sport-Fachverbände delegierte. Der gleiche Bach hat jetzt die Notbremse gezogen. Obwohl die Beweise gegenüber einem Jahr die gleichen geblieben sind, konnten er und 'sein' IOC nicht mehr anders. Nähe zu Putin hin oder her der Druck der Öffentlichkeit war zu gross."

"Tages-Anzeiger": "Die russischen Olympioniken gaben sich vor dem wegweisenden IOC-Entscheid erstaunlich sicher. So stellten sie jüngst ihre Olympiakollektion für die Winterspiele von 2018 vor. Das olympische Komitee twitterte gar Bilder, auf denen die Pullover der Models folgenden Schriftzug trugen: 'I don't do doping.' Tun sie doch, fand gestern aber die Exekutive des IOC - und zwar so systematisch und über so viele Jahre, dass es das Russische Olympische Komitee suspendierte. Die Nation Russland wird an den Winterspielen vom kommenden Februar darum nicht am Start sein."

"Neue Zürcher Zeitung": "Das ist ein überraschend hartes Urteil, auch wenn vereinzelte russische Athleten unter neutraler Flagge starten können. Mit der Suspendierung Russlands beugt sich das IOC dem immensen öffentlichen Druck; sein Entscheid offizialisiert das Faktum, dass es in Russland rund um die Spiele 2014 in Sotschi ein staatlich organisiertes Doping-Betrugssystem gab."

Deutschland

"Süddeutsche Zeitung": "Eine schmerzhafte Strafe? Der Sanktionskatalog des IOC für russische Sportler bei den Winterspielen in Südkorea ist reich an weichen Bestimmungen und Schlupflöchern. Dafür bringt die Sperre für Fussball-Funktionär und WM-Chef Mutko den Weltverband FIFA arg in Bedrängnis."

"Hamburger Abendblatt": "Mit dem Entscheid, russische Athleten im Februar nur unter neutraler Flagge bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang starten zu lassen, hat das Internationale Olympische Komitee am Dienstagabend Geschichte geschrieben. Nie zuvor war ein Land wegen vom Staat gelenkten Dopings seiner Athleten vom grössten Sportereignis der Welt ausgeschlossen worden. Ein fauler Kompromiss ist das Urteil dennoch."

"Stuttgarter Zeitung": "Das Internationale Olympische Komitee und sein Präsident Thomas Bach haben Wort gehalten - endlich. In der Vergangenheit hatten die Herren der Ringe immer wieder versprochen, hart und schonungslos gegen Doping vorzugehen, ohne diesen Ankündigungen wirkungsvolle Taten folgen zu lassen. Das hat sich nun geändert: Russland kam zwar um die Höchststrafe herum und wurde nicht komplett mit allen Athleten von den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang ausgeschlossen. Und dennoch hat das IOC ein klares Zeichen gesetzt. Gegen Doping. Gegen Betrug. Gegen Manipulation. Für den sauberen Sport."

"Abendzeitung": "Russland ist im grössten Doping-Skandal der letzten Jahrzehnte um die Höchststrafe herumgekommen, muss aber dennoch kräftig büssen."

"Bild": "Der Super-GAU für Präsident Putin."

Italien

"La Repubblica": "Nein zu Russland, nein zum Team, ja nur zu Einzelathleten. Das IOC wählte den Kompromiss, bestraft aber. (...) Das Land bezahlt nicht nur für den systematischen Bruch der Anti-Doping-Regeln, sondern auch für eine mentale Einstellung und ein arrogantes Verhalten. Statt einen anderen Kurs einzuschlagen, hat es den Westen des Verfolgungswahns, eines ideologischen Kriegs und einer feindlichen Einstellung bezichtigt."

Norwegen

"Aftenposten": "Ist es richtig, die russischen Sportler so kollektiv zu bestrafen? Nein, meinen viele, auch norwegische Profisportler wie Martin Johnsrud Sundby und Tiril Eckhoff. Die, die keine positive Dopingprobe abgegeben haben, müssen antreten dürfen. (...) Es ist die Sportnation Russland, die bestraft wird, und das trifft eben auch die einzelnen Athleten. Es gab eigentlich keinen anderen Weg. Den Entscheid kann man verteidigen. Man kann ihn als den bisher besten Versuch sehen, Doping im internationalen Sport zu reduzieren. Sie ist Teil der Abschreckung."

"Verdens Gang": "Der Entscheid wird in Russland viele zornig machen, doch er war zwingend notwendig. Denn einen so systematischen Betrug an allem, für das der Sport steht, kann man sich kaum ausmalen. (...) Russland hat eine ganze Sportwelt betrogen. Der Betrug war trügerisch, geplant und zynisch."

Österreich

"Kronen Zeitung": "Das ist eine regelrechte Sport-Bombe: Das Russische Olympische Komitee wurde von den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang als Folge des Dopingskandals ausgeschlossen. (...) Das ist beispiellos in der Geschichte des Sports."

"Der Standard": "Russland ist im grössten Dopingskandal der letzten Jahrzehnte um die Höchststrafe herumgekommen, muss aber kräftig büssen."

"Kurier": "Die Konsequenzen, die das IOC aus diesem Bericht zieht, sind weitreichend, fallen aber weniger dramatisch aus als zunächst erwartet."

RUSSLAND:

"Kommersant": "Das Internationale Olympische Komitee, das die Umstände der Doping-Krise in Russland untersucht hat, hat als Strafe für die Unregelmässigkeiten eine der härtesten der möglichen Varianten, aber nicht die härteste gewählt. (...) Nun wird mit Spannung erwartet, wer in Pyeongchang zugelassen wird und ob unsere Staatsmacht zustimmt, dass die Sportler dort ohne nationale Symbolik antreten. Vorher hat sie zu verstehen gegeben, dass sie bei einem solchen Entscheid des IOC ganz auf die Spiele verzichten könnte."

"Sport Express": "Das Internationale Olympische Komitee hat einen beispiellosen Entscheid getroffen und seine eigenen Regeln umgeschrieben. Noch nie ist ein Nationales Olympisches Komitee wegen Doping-Verstössen suspendiert worden. Noch nie sind bei Olympischen Spielen Sportler mit dem Status "Olympische Athleten aus diesem oder jenem Land" angetreten. Es gab Flüchtlinge, neutrale Athleten, aber diese Neuschöpfung gab es nicht. Und noch weniger gab es eine "Olympiamannschaft aus Russland", und die wird es wohl auch nicht geben."

SPANIEN:

"Sport": "Die Abwesenheit der Sportler aus Russland, einer der mächtigsten Nationen des Wintersports, droht den Spielen den Glanz zu nehmen, auf denen bereits Sicherheitsängste wegen der Waffentests des benachbarten Nordkoreas sowie der spärliche Verkauf der Eintrittstickets lasten."

USA:

"New York Times" (Internetausgabe): "Das umfangreiche, staatlich geförderte Dopingprogramm des Landes hat zu Strafen geführt, aber nicht zu einem Präzedenzfall. Der russische Verband wird nicht teilnehmen, wenngleich einzelne Athleten es dürfen."

"USA Today" (Internetausgabe): "Unter olympischer Flagge kann Russland Medaillen gewinnen."