Der FC Bassersdorf hofft auf ein neuerliches Volksfest im "Derby" gegen den FC Zürich
Der FC Bassersdorf hofft auf ein neuerliches Volksfest im "Derby" gegen den FC Zürich
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Der Zweitligist Bassersdorf empfängt den FCZ erneut zum "Derby"

In den 1/16-Finals im Schweizer Cup sind die Rollen zwischen den zehn Super Ligisten und ihren Gegnern klar verteilt. Der grösste Aussenseiter ist der FC Bassersdorf, der auf den FC Zürich trifft.

"Normalerweise hat man als Dorfverein nur einmal im Leben das Glück, gegen den FC Zürich zu spielen", sagt Heinz Anderwert, der OK-Chef des FC Bassersdorf. Mit dem 727 Mitglieder zählenden regionalen Zweitligisten meinte es Fortuna bei der Auslosung zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren gut. Erneut trifft der Verein aus der 11'500 Einwohner zählenden Gemeinde aus der Agglomeration Zürichs auf den neunfachen Cupsieger und steht damit für ein paar Tage im medialen Rampenlicht. "Für uns ist das Ganze erneut eine Riesensache", so Anderwert.

Auch wenn der letzte im Wettbewerb verbliebene Vertreter aus der sechsthöchsten Liga als klarer Aussenseiter ins Duell David gegen Goliath steigt, die weisse Fahne will der Cupsieger der Region Zürich nicht vorzeitig hissen. "Wir steigen in jedes Spiel, um das Spiel zu gewinnen", sagt Trainer Marco Tanner. "Dass die Chance auf einen Sieg gegen den FCZ natürlich deutlich kleiner ist als in der 1. Runde gegen Taverne, ist aber jedem klar." Der 34-jährige Geschäftsführer einer Firma im Spezialanlagenbau stand einst selbst beim FC Zürich unter Vertrag und spielte mit FCZ-Verteidiger Alain Nef in der U21, ehe er mit 20 Jahren aus gesundheitlichen Gründen seine Profi-Karriere beenden musste. Vor vier Jahren stand Tanner im ersten Vergleich mit den Zürchern noch selbst auf dem Platz.

Finanzieller Spagat

Das sportliche Traumlos ist für einen Dorfverein aber nicht nur ein Segen. Seit der Auslosung vor gut vier Wochen arbeitet ein knapp 20-köpfiges Organisationskomitee auf Hochtouren, damit die Spieler, Vereinsmitglieder, Gäste und Zuschauer am Samstag ein ähnlich schönes Volksfest erleben dürfen wie 2013, als der FCZ in der 1. Runde vor gut 2800 Zuschauern diskussionslos mit 6:0 siegte. Im Gegensatz zum ersten Duell gegen den Stadtklub soll diesmal auch die Kasse stimmen. Nachdem 2013 ein Verlust im tiefen fünfstelligen Bereich resultiert hat, hoffen die Verantwortlichen, dass bei einem Budget von rund 140'000 Franken diesmal zumindest eine "Schwarze Null" geschrieben werden kann.

Dwamena vor Comeback?

Auch auf Seiten des FCZ-Staffs wird der Ausflug ins Zürcher Unterland zu einer Reise in die Vergangenheit. Assistent Sandro Chieffo trainierte in der Saison 2010/11 den FC Bassersdorf, Cheftrainer Uli Forte wuchs in der Nachbargemeinde auf und absolvierte als Junior des FC Brüttisellen mehrere Derbys gegen Bassersdorf. "Ich kenne viele Personen aus der Umgebung, das macht die Partie speziell für mich." Geschenke will der 43-Jährige aber keine verteilen. "Für uns geht es darum, sich klar durchzusetzen", so Forte. Dass der Cup seine eigenen Gesetze kennt, weiss er aus eigener Erfahrung: "Vom Cupsieg bis zur Schmach gegen Unterklassige habe ich schon alles erlebt."

Gegen Bassersdorf kann Forte wieder auf Raphael Dwamena zählen. Die Ärzte gaben nach umfassenden kardiologischen Untersuchungen grünes Licht für einen Einsatz des 22-jährigen Ghanaers. Ende August war der Transfer des Stürmers vom FCZ zu Brighton & Hove Albion gescheitert, weil der Premier-League-Aufsteiger bei den medizinischen Tests von Dwamena eine Normabweichung am Herz festgestellt hatte.