Die angeschlagene Stürmerin Ramona Bachmann bespricht sich im Training mit Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg
Die angeschlagene Stürmerin Ramona Bachmann bespricht sich im Training mit Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg
  • sda / barfi / keystone
  • Aktualisiert am

Einsatz von Bachmann gegen Österreich fraglich

Der Einsatz von Ramona Bachmann im EM-Auftaktspiel der Schweiz gegen Österreich heute Dienstag in Deventer ist fraglich. Die Stürmerin des FC Chelsea laboriert noch immer an einer Muskelverletzung.

Bachmann hatte sich die Oberschenkel-Verletzung Anfang Juni zugezogen. "Uns bleibt ja noch ein Tag", sagte Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg 24 Stunden vor der wegweisenden Partie zum Gesundheitszustand ihrer Top-Stürmerin.

Voss-Tecklenburg ist froh, "dass es endlich losgeht". Nach dem zweieinhalbwöchigen Trainingslager in Magglingen und in Bad Zurzach weilt die Nati seit Freitag in den Niederlanden, wo sie in der Nähe von Arnheim Quartier bezogen hat. "Es wird Zeit, dass wir erfahren, wo wir stehen", so die 49-jährige Voss-Tecklenburg. "Es wartet ein Derby auf uns."

Der kleine Zwilling

Zum EM-Auftakt in der Gruppe C trifft die Schweiz auf ein Team, das in der Entwicklung des Frauenfussballs einen ähnlichen Weg wie die Schweiz geht. Im Kampf um die Viertelfinalplätze ist das Duell zwischen den beiden EM-Neulingen wegweisend.

2011 wurde in Österreich das erste Frauenfussball-Zentrum in St. Pölten eröffnet, die Spielerinnen trainieren dabei unter der Woche dort und spielen am Wochenende bei ihren Klubs. Immer mehr junge Spielerinnen wagen aber inzwischen auch den Schritt über die Grenze, von dem EM-Kader stehen 14 Akteurinnen in der deutschen Bundesliga unter Vertrag.

Von dem im Ausland erworbenen Knowhow profitiert das Nationalteam, das sich in der Qualifikation dank Rang 2 in seiner Gruppe hinter Norwegen erstmals überhaupt für ein grosses Turnier qualifizierte. Viele Spielerinnen beider Teams kennen sich aus der deutschen Bundesliga sehr gut.

Starke Offensive

"Wir fahren mit einem tollen, positiven Gefühl und einer riesengrossen Freude an die EM", sagte die Rekordinternationale Nina Burger vor dem Start in das EM-Abenteuer. "Und wir haben die Gewissheit, dass wir die Grossen ärgern können."

Die Stürmerin hatte mit ihren fünf Toren in der Qualifikation massgeblichen Anteil am bisher grössten Erfolg in der ÖFB-Geschichte. Auch in der abgelaufenen Bundesliga-Saison sorgte die ausgebildete Polizistin mit sieben Treffern für den SC Sand für Aufsehen.

Auch dank Burger haben die Österreicherinnen ihre Stärken in erster Linie in der Offensive, welche sie im letzten Testspiel vor der EM gegen Dänemark - immerhin Halbfinalist der EM 2013 - unter Beweis stellten. Österreich gewann 4:2.

"Schweiz ist Favorit"

Trainer Dominik Thalhammer, der seit 2011 in der Verantwortung steht, ist der Baumeister des jüngsten Erfolgs. Der 46-jährige Wiener weist die Rolle des Favoriten aber klar der Schweiz zu. "Sie sind über uns zu stellen, da sie in der Entwicklung des Frauenfussballs uns vielleicht fünf bis zehn Jahre voraus sind."

Nichtsdestotrotz glaubt er, dass die Schweizerinnen trotz der WM-Erfahrung vor zwei Jahren eine gewisse Nervosität verspüren werden. "Dass sie ganz eiskalt in die Partie gehen werden, glaube ich nicht." Die SFV-Auswahl ist für die Auftaktpartie jedoch gewappnet. Der Verband überliess vor dem Turnier nichts dem Zufall, die Gegner wurden über Monate intensiv beobachtet und analysiert.

Erfahrung spricht für SFV-Auswahl

Die Stärken Österreichs in der Offensive sind ebenso bekannt wie die Schwächen im defensiven Umschaltspiel, zudem verfügen die Österreicherinnen nicht über die qualitative Breite und die Erfahrung der Schweizerinnen. Fällt eine Spielerin wie die für das Spiel gegen die Schweuz fragliche Innenverteidigerin Viktoria Schnaderbeck aus, kann sie nicht gleichwertig ersetzt werden.

Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg erwartet ein Spiel auf Augenhöhe: "Österreich ist eine Herausforderung, unsere Turniererfahrung sollte uns aber helfen."