Wurde auf der Zielgeraden noch abgefangen: Die Schweizer 800-m-Läuferin Selina Büchel
Wurde auf der Zielgeraden noch abgefangen: Die Schweizer 800-m-Läuferin Selina Büchel
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Selina Büchel als Frontläuferin gescheitert

Selina Büchel beendet den EM-Final in Berlin über 800 m im 7. Rang. Die Toggenburgerin bricht auf der Zielgeraden ein.

   

Selina Büchel hat alles riskiert, wurde dafür jedoch nicht belohnt. Die 27-jährige Toggenburgerin belegte in 2:02,05 Minuten den 7. Platz.

Weil Büchel nicht hinter der Britin Lynsey Sharp (6.) laufen wollte, da sie sich in dieser Position nicht wohl fühlte, war sie "plötzlich" zuvorderst, obwohl sie das so nicht geplant hatte. Die Ostschweizerin führte das Rennen bis zur Zielgeraden an, ehe ihr die Kräfte ausgingen. "Ich wollte eine gute Position haben und nicht eingeklemmt sein", sagte Büchel.

Die ersten 400 m passierte sie in 59,31 Sekunden. Das war angesichts der aktuellen Form zu schnell. Ausserdem sei sie zu wenig konsequent locker geblieben, erklärte Büchel. Sie gab zwar zu, dass sie es anders machen würde, wenn sie eine zweite Chance erhalte würde, dennoch hielt sich ihr Ärger in Grenzen, da sie ihrer Intuition gefolgt sei. "Ich bin eine vielseitige Läuferin geworden und kann mit verschiedenen Rennsituationen umgehen", so Büchel. An den Weltmeisterschaften in Peking habe sie eines ihrer besten Rennen von der Spitze aus gemacht.

Zwar gaben Büchel die Leistungen im Vorlauf und im Halbfinal viel Selbstvertrauen, dennoch konnte sie nicht kaschieren, dass in der EM-Vorbereitung nicht alles nach Wunsch verlaufen war. Im Juli machte ihr eine hartnäckige Erkältung zu schaffen, weshalb sie Rennen absagen musste. "Die fehlende Topform hängt sicher auch mit den Problemen in den letzten Wochen zusammen", sagte Büchel. Sie habe sie jedoch nicht gross Gedanken darüber gemacht, habe einfach alles gegeben.

Somit muss Büchel weiter auf den ersten EM-Podestplatz im Freien warten, nachdem sie vor zwei Jahren in Amsterdam Vierte geworden war. In der Halle dagegen wurde sie schon zweimal Europameisterin. In Berlin sicherte sich die Ukrainerin Natalia Pryschtschepa (2:00,38) vor der Französin Renelle Lamote (2:00,62) und Landsfrau Olga Ljachowa (2:00,79) den Titel.