Jubeln die Kanadier auch nach dem Spiel gegen Russland?
Jubeln die Kanadier auch nach dem Spiel gegen Russland?
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Viel Brisanz im Halbfinal zwischen Kanada und Russland

An der Eishockey-WM kommt es am Samstag in Köln zu interessanten Halbfinal-Duellen. Titelverteidiger Kanada trifft auf Russland, Finnland spielt gegen Schweden.

Die Begegnung zwischen Kanada und Russland ist insofern umso brisanter, als die Nordamerikaner mit der dritten WM-Goldmedaille in Serie auf 27 WM-Titel kämen und damit zu Rekordweltmeister Russland aufschliessen würden. Das wollen die Osteuropäer mit allen Mitteln verhindern.

Die Partie ist auch ein Duell NHL gegen KHL. Bei den Russen besteht das Kader aus 18 KHL-Spielern, nur sieben kommen aus der NHL. Was die spielerische Qualität betrifft, sind die Kanadier höher einzustufen. Ein Problem des Olympiasiegers zeigte sich jedoch im Viertelfinal gegen Gastgeber Deutschland, nämlich die Chancenverwertung. Trotz eines Schussverhältnisses von 50:20 siegten die Nordamerikaner bloss 2:1. Bei der Effizienz im Abschluss weisen die Kanadier (10,30 Prozent) derzeit gar den schlechteren Wert aus wie die Schweizer (10,41 Prozent).

Top in dieser Statistik sind die Russen (14,96 Prozent). Beim 3:0-Sieg gegen Tschechien benötigten sie bloss acht Schüsse, um vorentscheidend 2:0 in Führung zu gehen. Danach verwalteten sie den Vorsprung problemlos. Die Kanadier, die in der Vorrunde einzig gegen die Schweiz (2:3 n.V. nach 2:0-Führung) Punkte abgaben, sind also gewarnt.

Wichtig wird für beide Teams sein, wenige Strafen zu nehmen. Russland kommt im Powerplay auf eine sensationelle Erfolgsquote von 51,85 Prozent, Kanada ist mit 44,83 Prozent nur unwesentlich schlechter. Ohnehin sinnen die Osteuropäer auf Revanche, kassierten sie doch 2015 im letzten Aufeinandertreffen an einer WM im Final eine 1:6-Niederlage. Insgesamt ist die Bilanz mit 8:8 Siegen ausgeglichen seit dem Ende der Sowjetunion im Dezember 1991.

Schweden gegen Finnland zu favorisieren

Im zweiten Halbfinal sind auf dem Papier die Schweden zu favorisieren, die über ein Kader mit 19 NHL-Spielern verfügen. In der Verteidigung lassen Namen wie Victor Hedman, Oliver Ekman-Larsson oder John Klingberg mit der Zunge schnalzen. Hedman brachte es in der abgelaufenen Regular Season der NHL in 79 Partien auf 16 Tore sowie 56 Assists und war damit ligaweit der zweitbeste Verteidiger. Klingberg schaffte es mit 13 Toren und 36 Assists als Zehnter ebenfalls in die Top Ten.

Vorne wirbelt der äusserst talentierte William Nylander, der an dieser WM schon je sechs Tore und Assists erzielt hat. Beim 3:1-Sieg im Viertelfinal gegen die Schweiz schoss er das wegweisende 2:1. Ausserdem können die Schweden seit drei Partien auf Nicklas Bäckström (2/2) zählen, die Nummer 4 der Skorerliste in der letzten NHL-Qualifikation.

Auch die Bilanz der WM-Duelle gegen Finnland spricht mit 37 Siegen in 64 Partien (zwölf Unentschieden) zu Gunsten der Schweden. Von den letzten drei Spielen gewannen die Finnen aber deren zwei. Der letztjährige WM-Zweite ist in diesem Jahr schwer einzuschätzen. Nach einer mehr als durchzogenen Vorrunde, mit einer 1:5-Niederlage gegen Frankreich als Tiefpunkt, überzeugten die Finnen im Viertelfinal mit einem 2:0 gegen die USA, den Sieger der Gruppe A. Können sie sich nochmals steigern, ist auch gegen Schweden einiges möglich.