Noomi Rapace ©Keystone
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"What Happened to Monday?": Noomi Rapace in düsterer Zukunftswelt

Der Science-Fiction-Film "What Happened to Monday?" treibt das Prinzip der Mehrfachrolle auf die Spitze. Schauspielerin Noomi Rapace schlägt sich gleich in sieben Rollen durch eine grimmige Zukunftswelt, die an Überbevölkerung leidet.

Es gibt unterschiedliche Wege, in die Zukunft der Menschheit zu schauen. Die eine ist das penible Durchrechnen, so wie es die Vereinten Nationen machen. Ergebnis: Bis 2050 werden wohl 9,8 Milliarden Menschen auf dem Planeten leben. Die andere Methode ist, diese Zukunft mit saftigen Spezialeffekten einfach mal auszumalen: brechend volle Strassen, dauerlärmende Megastädte, Rattenfleisch als Abendbrot, weil sich zu viele Menschen um zu wenige Lebensmittel streiten.

Und mittendrin Schauspielerin Noomi Rapace in der Rolle von Siebenlingen, die gejagt werden, weil sieben Schwestern in so einer Welt sechs zu viel sind. So zeigt es der Science-Fiction-Film "What Happened to Monday?".

Das Popcornkino-Spektakel, das irgendwo im Fahrwasser von "Blade Runner" zu verorten ist, entwirft eine Welt im Jahr 2073. Wegen der völligen Überbevölkerung des Planeten hat sich eine Regierungsbehörde zur Aufgabe gemacht, eine rigorose Ein-Kind-Politik durchzudrücken.

Werden Geschwister geboren, sammeln grimmige Beamte den Nachwuchs ein. Das vermeintlich humane Versprechen: Die Kinder werden eingefroren und erst dann wieder aufgetaut, wenn man das Bevölkerungs-und Ressourcen-Problem in den Griff bekommen hat.

Fängt simpel an, geht kompliziert weiter

Der Film des Norwegers Tommy Wirkola stellt damit eine eigentlich nachdenkliche Grundfrage: Welche sozialen Auswirkungen wird das Bevölkerungswachstum haben? Doch keine Sorge: Der Regisseur, der auch das schiesswütige Märchen-Action-Spektakel "Hansel and Gretel: Witch Hunters" drehte, bittet nicht zum politologischen Grundseminar. Er findet irgendwann eine recht eigenwillige Antwort auf das Problem Überbevölkerung: Es wird ordentlich geprügelt und geballert.

Dazu passt die markante Schwedin Noomi Rapace ("Millennium"-Trilogie) in der Hauptrolle. Wobei das ihren Job nur halb beschreibt. Rapace übernimmt gleich sieben Rollen, nämlich die aller sieben Schwestern der Settman-Familie.

Denn: So simpel die Grundidee von "What Happened to Monday?" zunächst sein mag, so kompliziert wird sie weitergesponnen. Da Dürren die Menschheit plagen, werden Pflanzen genmanipuliert, erklärt der Film. Das führe zu mehr Mehrlingsgeburten - so wie die der Siebenlinge Settman.

Willem Dafoe als gütiger Grossvater

Siebenlinge sind unter der herrschenden Ein-Kind-Doktrin natürlich eine Art Verbrechen. Aber der Grossvater, gespielt von Willem Dafoe, bringt die Schwestern rechtzeitig vor den staatlichen Häschern in Sicherheit. Um nicht aufzufliegen, müssen sie sich fortan alle ein einziges Leben teilen.

Benannt werden sie nach den englischen Wochentagen Monday, Tuesday, Wednesday, Thursday, Friday, Saturday und Sunday. An jedem Tag der Woche darf nur eine das Haus verlassen und in die gemeinsame Identität Karen Settman schlüpfen. Das Modell scheitert erst, als eine von ihnen eines Tages nicht zurückkehrt.

Dass Mehrfachrollen nicht immer für Qualität stehen, weiss die Kino-Geschichte spätestens nach der fragwürdigen Komödie "Norbit" mit Eddie Murphy. Rapace macht ihre Sache allerdings gut, auch wenn die Siebenlinge geradezu brachial mit unterschiedlichen Charakterzügen und Klamotten ausgestattet werden, um sie unterscheiden zu können: Tuesday ist die Kifferin, Friday der Nerd, Saturday das Party-Girl.

Der Film hebt sich dennoch angenehm ab vom üblichen Action-Kino - nicht nur, weil der Plot eine interessante Wendung nimmt. Als Gegenspielerin der Settmans hat man eine Idealbesetzung gefunden: Glenn Close. Dass die es mit nahezu identisch aussehenden Protagonisten aufnehmen kann, ist bekannt - sie war schon die Pelzliebhaberin Cruella De Vil in "101 Dalmatiner".