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  • Uli Hesse, dpa
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"Würde ich leben oder sterben?" - Superstar Elton John wird 70

Elton John hat mehr als 250 Millionen Platten verkauft. Sein Song "Candle in the Wind 1997", ein Tribut an Prinzessin Diana, zählt zu den bestverkauften Aufnahmen aller Zeiten. Der britische Sänger, Pianist und Komponist wird am 25. März 70.

Er versteckt seine Schüchternheit hinter extravaganten Bühnenoutfits, übertriebenen Riesenbrillen und flotten Sprüchen. "Auf der Bühne war ich ein Draufgänger und hatte die notwendige Chuzpe, um eine tolle Show zu machen, aber es gab kein Gleichgewicht in meinem Leben. Kokain war die Droge, die mich öffnete. Ich konnte mit Leuten reden", bekannte Elton John in einem Interview des amerikanischen Radiosenders NPR.

Drogen und Behandlung

Die 80er Jahre verbrachte er im Drogenrausch, während viele seiner Freunde an Aids starben. "Und trotzdem habe ich dieses Leben nicht aufgegeben, das ist das Schlimme an der Sucht." Schliesslich erschütterte ihn der Tod eines Bekannten 1990 so stark, dass er sich in Behandlung begab. "Ich erkannte, dass ich nur zwei Möglichkeiten hatte: Ich würde entweder sterben oder ich würde leben, und was wollte ich tun?" sagte er NPR.

Seither engagiert er sich für HIV-Infizierte, denn "ich war ein schwuler Mann, der nur am Spielfeldrand sass". Der britische Superstar unterbricht seine Welttour zwischen Texas und Brasilien, um am 25. März seinen 70. Geburtstag zu feiern.

Früher Senkrechtstarter

Geboren wurde er als Reginald Kenneth Dwight im wohlsituierten Londoner Vorort Pinner. Mit vier Jahren brachte er sich selbst das Klavierspielen bei und träumte von einer Karriere als Popmusiker. Kein Wunder, dass er mit seinem Vater - einem Mitglied der Royal Air Force - aneinandergeriet. Er verliess die Schule mit 17, um eine Band zu gründen, und nahm den Namen Elton Hercules John an.

Mit Anfang 20 landet er bereits die ersten Hits wie "Crocodile Rock", "Bennie and the Jets" und "Island Girl". Seit 1970 tourt er regelmässig um die Welt, schreibt einen Hit nach dem anderen.

1984 heiratete er die deutsche Tontechnikerin Renate Blauel, nachdem er sich längst als bisexuell geoutet hatte - sie trennen sich vier Jahre später. Dem Musiksender VH1 sagte Elton John: "Sie ist die eleganteste Frau, die ich jemals getroffen habe, aber es sollte nicht sein. Ich lebte eine Lüge."

Freundschaft mit Lady D

Mit Lady Diana verband ihn nicht nur eine langjährige und enge Freundschaft, sondern auch ihr gemeinsames Engagement für Aids-Kranke. Als sie im Sommer 1997 starb, spielte er eine neue Version seines Hits "Candle in the Wind" bei ihrer Beerdigung in Westminster Abbey.

"Was mir durch den Kopf ging, war: 'Bau keine Scheisse. Sing keine falsche Note. Sei stoisch. Breche nicht zusammen und mache es einfach so gut wie möglich, ohne irgendwelche Gefühle zu zeigen.' Mein Herz hat ziemlich wild geschlagen", verriet er in der Dokumentation "Me Myself and I".

Viertreichster Musiker

Seit 1993 ist Elton John mit seinem heutigen Ehemann David Furnish zusammen. Sie heirateten 2014, am ersten Tag, an dem Ehen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern in Grossbritannien möglich wurden, und leben heute mit zwei Söhnen von Leihmüttern in Los Angeles.

Sir Elton John - von der Queen geadelt - ist mit 280 Millionen britischen Pfund der viertreichste Musiker der "Sunday Times Rich List", noch vor Mick Jagger.