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Telebasel will nicht mehr Telebasel sein

Was barfi.ch bereits am 20. Dezember aus vertraulichen Dokumenten veröffentlichte, ist nun offiziell. Telebasel nennt es einen dynamischen Start ins 2016. Mit dem neuen Konzept, das der lokale Fernsehsender heute an die Medien verschickte – barfi.ch wurde dabei ausgelassen - wird offiziell, dass an der Steinenschanze kein Stein auf dem anderen bleiben soll.

Ein neues Multimedia-Studio, neben dem Fernsehsender ein Online-Portal mit 32 Kanälen und zu guter Letzt natürlich eine Mobile-App. Damit ist aber noch nicht Feierabend. Es gibt ein neues Logo, ein neues «Corporate Design». Und Telebasel sucht sich eine neue Kern-Zielgruppe, dies seien Familien im Alter von 30 bis 50.

Alles neu

Der Entscheid «alles neu», habe sich ergeben, weil die jüngere Zielgruppe erreicht werden solle. Finden möchte man diese mit vier Themenschwerpunkten: News, Sport, Genuss und Gesellschaft. Den Genuss etwa verkörpern lokale Sterneköche, die in einer Kochsendung kochen. Der Sport deckt ein FCB-Magazin ab und die News werden von sechs bis 23 Uhr häppchenweise abgedeckt. Die seltsame Idee dahinter: Drei Stories über den Tag zu lancieren und weiterzuentwickeln. Für das Online-Portal verspricht sich Telebasel vor allem ein «einmaliges Angebot im audiovisuellen Bereich».

Zielgruppe statt Region

Mit der lokalen Berichterstattung hat es der Sender nicht mehr so, zumindest stellt die Chefredaktorin Karin Müller die Zielgruppe über die Region: «Unsere Inhalte sind immer aktuell und decken die relevanten Bereiche des Informationsbedürfnisses der Zielgruppe ab. Wichtig für uns ist eine umfassende Information über die Themen, welche die Region bewegen, egal wo sie passieren», so Karin Müller, Chefredaktorin von Telebasel. «Wir alle freuen uns auf den 28. Januar, wenn wir das neue Angebot endlich an die Zuschauer und User übergeben können», so Müller weiter.

Telebasel ist nicht mehr Telebasel

Auch unternehmerisch sieht sich die Truppe um CEO Dominik Prétôt und Stiftungspräsidenten Roger Thiriet heute ganz anders. Wie aus der Mitteilung von heute hervorgeht, gibt es ein «Medienunternehmen» Telebasel und eine «Stiftung» Telebasel, wie bisher. Mit dem «Medienunternehmen» will sich der Sender aus den Klauen der Konzessionsvorschriften befreien. Denn die vom Bundesamt für Kommunikation erteilte Sendebewilligung erlaubt subventionierten Medien nur Inhalte auf dem Internet zu verbreiten, die sich direkt auf deren Programm beziehen. Gleichzeitig werden nur ganz klar lokal ausgerichtete Sender unterstützt. Und das haben laut der aktuellen Medienmitteilung weder die Chefredaktorin noch der CEO und auch die Stiftung nicht mehr im Sinn. Juristisch ist Telebasel allerdings immer noch eine Körperschaft. Und nicht zwei. Aber ein Telebasel, das nicht mehr Telebasel sein will, interessiert so etwas nicht. Den gebührenzahlenden Zuschauer hingegen schon. Deshalb wird barfi.ch umfassend über die Hintergründe des Versuchs einer Gesetzesumgehung berichten. Dass es deshalb vom Medienverteiler des «noch Fernsehens» gestrichen wurde und der Geschäftsführer auf unsere Anfrage trotz Zusage seines Sekretariates nicht reagiert ist unsportlich, verwundert aber nicht. Im Gegensatz zu den uns vorliegenden brisanten weiteren Dokumenten.