Die IWB und die BVB haben 2018 beiderlei ziemlich Sanierungsbedarf. ©barfi
Die IWB und die BVB haben 2018 beiderlei ziemlich Sanierungsbedarf. ©barfi
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2018, was für eine Sanierung: Marode Gleise – und zu viele tropfende Hausanschlüsse

Tropfts im Keller? Rinnt die Leitung? Dann haben Sie wahrscheinlich einen Hausanschluss aus den 1960er- bis 1980er-Jahren. Diese Leitungen gehen im Moment in ganz Basel reihenweise kaputt. Deshalb haben die IWB ähnlich grossen Sanierungsbedarf wie die BVB. Denn auch das Schiennetz ist immer noch marode. Und hier überall wird 2018 saniert:

(Die grosse Karte mit den wichtigsten Baustellen 2018 finden Sie am Schluss des Artikels)

So heftig wie 2017 soll Baustellenbasel 2018 nicht werden. Sagt zumindest der Basler Kantonsingenieur Roger Reinauer. «Liebhaber opulenter Baustellen werden kommendes Jahr kaum auf ihre Kosten kommen», waren seine markigen Worte an der Medienkonferenz zur Basler Bauerei im nächsten Jahr.

Auf ihre Kosten kommen die Baustellenfreunde und -hasser aber gleichermassen. Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) sanieren ihre Gleise weiter, schliesslich ist nur rund ein Viertel davon in gutem Zustand. Der Rest: Marode bis sogar «alarmierend». Deshalb werden die Schienen an der Markthallenkreuzung im Sommer 2018 saniert, immerhin unter Betrieb. Einschränkungen gibts dennoch, nämlich vor allem für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Viel Spass: Gleise am Centralbahnplatz kommen 2019 dran

Richtig zu wird die Rosentalstrasse Richtung Badischer Bahnhof und auch die Zürcherstrasse sein. Dort wird nicht nur saniert, sondern auch aufgemotzt: Die Haltestellen werden behindertengerecht und die Rosentalstrasse etwas hübscher. Die Sperrung an der Rosentalstrasse dauert voraussichtlich vom 10. September bis 21. Oktober 2018, die an der Zürcherstrasse vom 22. Oktober bis am 18. November 2018.

«Mit Bauarbeiten wie am Steinenberg ist kommendes Jahr nicht zu rechnen», sagte Bruno Stehrenberger, Leiter Infrastruktur der BVB. Sollte jedoch wider Erwarten etwas in die Brüche gehen, müsse natürlich eingegriffen werden. 2019 wirds hingegen interessanter: Dann soll der Centralbahnplatz an der Reihe sein. Von einer Journalistin auf die kürzlich gebrandmarkte Gefährlichkeit des Platzes angesprochen, sagte Kantonsingenieur Reinauer, dass keine Anpassungen am Platz vorgenommen würden: «Gemessen an der Zahl der täglichen Bewegungen ist das sogar einer der sichersten Plätze der Schweiz.»

Wenns oben leckt und unten tropft

Ganz andere Probleme haben die Industriellen Werke Basel. Denn in der ganzen Stadt tropfts. In Keller. Und zwar nicht in einzelnen Quartieren, sondern flächendeckend. Allein wegen versagender Hausanschlüsse. Das Problem ist seit drei Jahren bei den IWB bekannt, der Wasserversorger setze alles daran, sofort zu reagieren, die Hausanschlüsse zu reparieren und zu ersetzen. Immerhin: Die Versicherungssumme halte sich in Grenzen, den genauen Betrag konnte keiner der Anwesenden nennen.

Wohl aber die Ursache: Leitungen, die viel früher zu Bruch gingen als erwartet – und die meisten davon wurden in den Jahren 1950 bis 1989 verlegt. Also Pfusch im Basler Boden? Nein, sagte Markus Küng, der das Sanierungsprogramm der IWB leitet. Er nahm die Vorväter des Basler Leitungsbau in Schutz, dennoch müsse man sagen: Die älteren Leitungen entsprechen viel eher den qualitativen Erwartungen. Nun werden die Anschlüsse überall repariert, auch das erfordert Eingriffe im Boden.

Der Gundeli-Osten kommt dran

Und schliesslich arbeitet das Tiefbauamt auch 2018 weiter auf der Allmend. Und das nicht zu knapp. Die Mittlere Brücke wird fertig saniert, die Wettsteinallee abgeschlossen, die Achse Basel-Riehen Grenze geht in die nächste Phase, denn hier wird saniert und umgestaltet, was alle Infrastruktur-Systeme belastet. Entsprechend werden die Umleitungen angepasst und ausgeweitet. 

Schliesslich wird auch der Erlenmatt-Kreisel gebaut, die Kleinhüningerstrasse weiterhin saniert, die Baustelle Münsterberg soll abgeschlossen werden, nur am Schlüsselberg dauert es noch ein Jahr länger. Und dann gehts im Gundeli ganz schön rund: Die Güterstrasse Ost – also der wirklich hässliche Teil dieser langen Transitstrasse durchs Südquartier – wird erneuert, erhält weitere Bäume und neue Trottoirs. Und für weitere rund 15 Millionen Franken wird ganz im Süden gebaut, rund um den Viertelkreis, auf einem Perimeter vom Zwinglihaus bis hinten zum Leimgrubenweg. Ein Kreisel wird erstellt, Tramgleise werden ersetzt, Leitungen gebaut, die Strasse gemacht. Das dauert bis 2021.

Stehrenberger: «Allen schon sehr viel zugemutet.»

Die BVB rechnen noch bis 2020 mit grösseren Volumen im Sanierungsbereich. Danach sollen sich die Ersatzarbeiten legen, ab 2021 gehts in die Phase mit «leicht erhöhtem Nachholbedarf» und ab 2029 – also in elf Jahren – in die Phase mit ganz «normalem Unterhaltsbedarf». Das ist noch eine ganze Weile, während der an den Gleisen geschraubt und gebaut werden muss. «Wir arbeiten zum wirtschaftlich besten Zeitpunkt», sagte Stehrenberger, man flicke also quasi das Dach, bevor es in die Brüche gehe und alles überflutet würde. Somit sollen bis 2020 wieder knapp zwei Drittel des gesamten Schienennetzes in akzeptablem Zustand sein. Verbaut wurden 2017 34 Millionen Franken und die BVB verdankte die Geduld aller Beteiligten, man habe «allen schon sehr viel zugemutet», so Stehrenberger.

Kantonsingenieur Reinauer spielte schliesslich noch aufs Drummeli an. Und auf die vielen giftigen Baustellennummern an der grössten Basler Vorfasnachtsveranstaltung: «Basel ist keine ewige Baustelle, es gibt aber immer wieder eine Vielzahl von kleinen, die jedoch schnell abgeschlossen werden.» Baustellen, so Reinauer, seien immer ein Ärgernis und ein permanentes Thema – nicht nur für alle Verkehrsteilnehmer, ob auf Beinen oder Rädern. Auch die Ausführenden setzten sich stets damit auseinander. Auf dass es eben auch ruhigere Jahre gäbe. Wie 2018.

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Rot sind die wichtigsten Basler Baustellen 2018 eingezeichnet. ©Tiefbauamt Basel-Stadt