Der Wolf auf dem Weg aus dem Schwarzwald in die Region. Bild: Keystone.
Der Wolf auf dem Weg aus dem Schwarzwald in die Region. Bild: Keystone.
  • Andy Strässle
  • Aktualisiert am

Die Angst geht um: Der Wolf ist unterwegs in unsere Region

Im Badischen Wiesental geht die Angst vor dem Wolf um. Die Landwirte fürchten im Flachland um ihre Schafe und fordern Schutz. Nachdem ein einziges dieser Raubtiere in Bald Wildbad vierzig Schafe gerissen hat. Die Bauern rund um Basel werden unruhig. Denn Wolfsrudel ziehen weiter.Die Bedrohung kommt vom nahen Umland im Süddeutschen Raum, doch selbst in den etwas weiter gelegenen Vogesen, gehört sich inzwischen zum Alltag.

Das Wiesental ist eine Idylle im Schwarzwald, etwas hinter Lörrach gelegen. Die Landwirte in der Badischen Nachbarschaft haben Angst. Ausgerechnet vor dem Wolf. So sagt Gernot Fröschle gegenüber der Badischen Zeitung: «Wir brauchen mehr Unterstützung und Geld – für mehr Personal, mit dem wir die Herden schützen können, und für Hochsicherheitszäune.» Etwas weiter im Schwarzwald in Bald Wildbad wird ein Wolf verantwortlich dafür gemacht, im Blutrausch über vierzig Schafe gerissen und nicht einmal gefressen zu haben. Jetzt macht man sich im Wiesental Sorgen. Zwar hat man sich im Badischen noch 2016 mit einer Ausstellung auf dem Feldberg auf die Rückkehr des Wolfes gefreut. Unterdessen scheint die Freude getrübt und das Umwelt- und Landwirtschaftsministerium prüft, ob der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden soll.

Besser auf Rückkehr vorbereiten

Der Kreisjägermeister Dietrich Brombacher verweist allerdings darauf, dass es dazu eine Ausnahmeregelung von höchster Ebene brauche: « Wenn ein Wolf sich beispielsweise zu nah bei der Bevölkerung aufhält und keinerlei Respekt zeigt. Oder wenn er viele Nutztiere reißt und damit großen Schaden verursacht». Unterdessen spricht die Politik von einem «Problemwolf». Der Fall im Schwarzwald sorgt mittlerweile in ganz Deutschland für Schlagzeilen. So berichtet das Nachrichtenmagazin Fokus, dass die CDU schon den Abschuss fordere. Das ist aber nur möglich, wenn das wilde Tier dem deutschen Jagdrecht unterstellt wird. Etwas versöhnlicher zeigen sich die Naturschutzfreunde. Sie wollen das ganze Badische jetzt auf die Rückkehr des Wolfes besser vorbereiten.

Blutrausch

Während in Deutschland die Wölfe noch zur Jahrtausendwende als ausgestorben galten, sind in Deutschland mittlerweile wieder 800 Tiere zu Hause. Während nur selten nachgewiesen werden kann, ob es wirklich ein Wolf ist, der Schafe oder andere Nutztiere gerissen hat, spricht der Fokus von über 1'000 Wolfopfern. In der Schweiz leben ungefähr vierzig Wölfe. In der Region wurde letztmals in Oberwil die Präsenz eines Wolfweibchens genetisch nachgewiesen. Gesehen hatte die Wölfin damals allerdings niemand. Wolfsrudel, also Familien kommen bisher nurnur noch im Tessin undWallis vor.Das kann sich nun sehr schnell ändern,

Schlaflos vor Angst

Eine Leserin der Badischen Zeitung gibt an, sie könne wegen der Präsenz des Wolfes nicht schlafen, politische Parteien den Abschuss fordern, geben sich die Jäger etwas gelassener. Dass ein Wolf gleich über vierzig Schafe reisse, sei kein Blutrausch, sondern vielmehr auf «Beutesicherung» zurückzuführen. Ein Wild lebender Wolf sei kein solches Überangebot an Nahrung vorgesehen, wie es eben vierzig Schafe auf einer Weide darstellten. Wie nahe die Wölfe Basel noch kommen werden, bleibt spannend. Immerhin bleibt zu hoffen, dass diese Tiere nicht beim ersten Auftauchen gleich abgeschossen werden. Daran hat auch der Kreisjägermeister unserer Nachbarn kein Interesse.

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