© Keystone (Symbolbild)
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  • Christine Staehelin / barfi.ch
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Günstigeres neues Jahr dank tieferer Mehrwertsteuer seit dem 1. Januar?

Das Volks-Nein zur Rentenreform zeigt seit dem Jahreswechsel Auswirkungen, welche selbst die Vorlage-Gegner nie anstrebten: eine Absenkung der bisherigen Mehrwertsteuer. Preise, nicht nur bei Grossverteilern, rutschen. Und in den Geschäften der Basler Innenstadt herrscht nun vor allem Ratlosigkeit.  

Wie oft wirft man den Kassenzettel fort, ohne ihn eines Blickes gewürdigt zu haben? Doch gerade jetzt, in den ersten Tagen des neuen Jahres lohnt es sich besonders. Seit dem 1. Januar 2018 ist der Normalsatz der Mehrwertsteuer von acht auf 7.7 Prozent gesunken. Eine unbeabsichtigte Nebenwirkung der gescheiterten Rentenreform, an die im Vorfeld der Abstimmung niemand wirklich dachte. Entsprechend sinken nun nicht nur die Konsumentenpreise leicht, plötzlich erscheinen wieder einstellige Rappenbeträge auf den Kassenzetteln. Doch sind die Geschäfte in Basel darauf vorbereitet? Immerhin waren sie einen Tag früher von der Änderung betroffen, als der beinahe überall arbeitsfreie Rest der Schweiz.

Technische Probleme 

Durch die Strassen wütet der Sturm, wenig Menschen sind unterwegs. In den Geschäften dürfte man darüber ausnahmsweise froh sein. Noch immer herrscht vielerorts Ratlosigkeit bezüglich des neuen Mehrwertsteuersatzes. «Eigentlich sollte alles zentral elektronisch in den Kassen eingespeist worden sein», so die Verkäuferin eines Grossisten. Wie es genau funktioniert und ob die Preise gesunken sind, vermag sie noch nicht sagen. Doch ein rasch ausgedruckter Beleg zeigt: Hier wurde der tiefere Mehrwertsteuersatz tatsächlich bereits angepasst. 

Gestern war dies in vielen Geschäften noch nicht der Fall, ausserhalb Basels konnte ja niemand angefragt werden. «Anscheinend gab es ein Problem und wir rechneten am Vormittag noch mit der alten Mehrwertsteuer ab», sagte ein Kassierer. Doch den Kundinnen und Kunden sei es nicht aufgefallen. Die Anpassungen sind oft auch minimal, so wird der Preis ab 16 Franken um fünf, oder bei genauer Beachtung des Gesetzes eben einen, zwei Rappen billiger. Und hier liegt das Problem. Haben Sie das richtige Kleingeld von Fr. 15.98 passend zur Hand?

Die Preise purzeln 

Die Grossverteiler Coop und Migros reagierten schnell, eine echte Preissenkung wurde angekündigt und umgesetzt. Mit Einschränkungen. «Es geht vor allem um Sortimente aus dem Bereich Near Food, wie zum Beispiel Kosmetikartikel und Non Food sowie Artikel in den Fachmärkten», sagt Monika Weibel, Mediensprecherin von Migros. «Eine lineare Anpassung ist aus rein technischen Gründen nicht möglich. Deshalb werden Preisänderungen nur an spezielle Sortimente weitergeben, damit die Anpassungen für die Kunden auch wirklich spürbar sind. Bei einigen Produkten liegen somit durchaus Senkungen bis zu 8% drin.» 

Auch Coop hat die Preise gesenkt, nicht nur bei teuren, sondern auch in beliebten Produktsegmenten, die weniger als unsere symbolisch genannten 16 Franken kosten. «Beim Einkauf von Lebensmitteln wie Brot, Fleisch, Käse, Konserven, nicht alkoholischen Getränken, Obst und Gemüse ändert sich hingegen nichts», sagt Philipp Wyss, Leiter der Direktion Marketing und Beschaffung bei Coop in seiner eigenen Zeitung.

Ratlosigkeit 

Der neue Zinssatz spuckt ungewöhnliche Zahlen aus, so gibt es Beträge wie zum Beispiel 51.43 Schweizer Franken. Ungewohnt für eine Bevölkerung, die seit Jahren keine Einräppler mehr kennt. Entsprechend ungewöhnlich auch die Diskussionen im Basler Apple-Store, Freie Strasse wie barfi.ch. beobachtete. Die meisten Kunden hatten solch seltsame Beträge auf den ausgedruckten Zahlungsbelegen und wollten den Grund dafür wissen. Ratlosigkeit bei Gästen und Verkäufern. Der Hauptsitz des Techno-Riesen liegt in Cupertino USA, für Nachfragen nicht eben um die Ecke. Obwohl man dort wie selten in einem anderen Unternehmen sehr genau auf den einzelnen Rappen schaut: Aber in Silikon Valley scheut man auch das Thema Steuern jeder Art, wie der Teufel das Weihwasser.        

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